Des Hommes et des Dieux

Des Hommes et des DieuxÜber Menschen und Götter.  (Mit Götter sind natürlich unterschiedliche Darstellungen der EINEN Göttlichen Energie gemeint).

Im Zentrum des Filmes steht ein Trappisten-Kloster im Atlasgebirge Algeriens. Das Kloster ist nicht nur gut in die muslimische Umgebung eingebettet. Es besteht geradezu eine gegenseitige Abhängigkeit der Dorfbwohner und der Mönche. Für die muslimischen Dörfler ist die Präsenz der christlichen Mönche ein grosser Halt und bietet erst noch eine einfühlsame medizinische Versorgung. Die Klosterbrüder ziehen ihren Daseinssinn aus der Präsenz und Hingabe für die Umgebung.

Was wie ein Märchen anmutet, beruht auf Tatsachen. Auch was in diese Harmonie hineinplatzt. 

In Frage gestellt wird die Harmonie, als in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts Kloster und Dorf in den Krieg zwischen Islamisten und algerischer Armee hineingezogen wird. Von beiden Seiten droht der Gemeinschaft von Kloster und Dorf das Schlimmste.

Mit grossartigen Bildern, die aufmerksame Kamera immer wieder auf die einzelnen Gesichter gerichtet, erfährt man etwas über die Ängste und Gewissenskämpfe in den Mönchen. Sollen sie ausziehen, wie es der Verstand (und die Regierung) raten, Islamisten und Armee unmissverständlich fordern ? Die Frage wird endlich weder verstandesmässig noch emotinal entschieden, sondern ergibt sich aus der einfachen Regel, dass der Hirte die Schafe nicht verlassen darf, wenn die Wölfe kommen.

Der Film versucht nicht Prozesse des Denkens und Fühlens darzustellen, die so für die Klosterbrüder gar nicht ausschlaggebend sind. Trotzdem spürt man deutlich die Gewissenskämpfe in den Mönchen. Sie entscheiden sich schliesslich zu bleiben und werden von den Islamisten als Geiseln genommen. Ihr Schicksal und wohl ihre Leben verlieren sich in diesem Krieg.

Ausserordentlich spannend, dass der Film ausgerechnet jetzt in der Zeit des Sturzes des tunesischen Potentaten Ben Ali in die Schweizer Kinos kommt. Hier wie dort zeigen sich, politisch betrachtet, die Mitverantwortung der Europäer (und vor allem des französichen Staates) für die Gräueltaten in Nordafrika durch Unterstützung autokratischer Potentaten und Militärherrschaften gegen Islamisten.

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