Kategorie-Archiv: Israel und Palestina

Erzähler ohne Grenzen

Märchen ermutigen, trösten und heilen Wunden.

Das Wunder begann in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien und hat sich jetzt bis Palästina ausgebreitet. Erzählerinnen und Erzähler überwinden Grenzen, die Angst, traumatische Erfahrungen und Nicht-verzeihen-dürfen geschaffen haben. Sie helfen Entwurzelten und Fremden in der eigenen Heimat das Wesentliche ihrer und der gemeinsamen Kultur wiederzuentdecken. Ein wichtiges Ziel ist es, vor Ort Erzählerinnen und Erzähler zu ermuntern und auszubilden, Erzählen als Friedensarbeit auszuüben.

Ein Projekt so „logisch“ und so „phantastisch“ wie nur ein Märchen sein kann, das uns eine neue Sicht auf das gibt, was wir als Realität zu sehen meinen.

Mehr Informationen auf der Website http://www.erzaehler-ohne-grenzen.de/index.html.
Dort auch die authentische Information ! 
Und die Möglichkeiten der Unterstützung.
Der obige Text ist bitte nur meine Wahrnehmung des Projekts.Natur in Bosnien-Herzegowina

Ich bin als Teil einer Gruppe im Herbst in Bosnien und will mich vorher noch mehr schlau machen über das Projekt, ob es vielleicht einen Kontakt vor Ort gibt.

 

Music for Peace

Voices for Peace (Konzert): Timna Brauer und Elias Meiri mit 2 Perkussionisten und 2 kleinen Begleitchören füllten fast anderthalb Stunden die Bruder Klaus-Kirche in Liestal mit intensiven Klängen. Religiöse Lieder aus dem nahen Osten, aus den vielfältigen jüdischen, muslimischen und christlich-arabischen Traditionen waren die Grundlage für mächtige Arrangements.

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Eid ul-Fitr und Rosch Haschanah 2010

Aus einem Brief aus Neve Shalom / Wahat al Salam:

Liebe Freunde und Freundinnen,

Am Donnerstag feiern wir hier zusammen Rosh Hashana, das jüdische Neujahrsfest und Id el Fit’r, den moslemischen Feiertag für das Ende des Fastenmonats Ramadan. 

Ich möchte diese Gelegenheit benützen Euch alle an den guten Wünschen für ein gutes friedliches Neues Jahr und ein gesegnetes Id el Fit’r Fest teilhaben zu lassen.

Mögen all die Gebete, die an diesen Feiertagen gesagt werden für ein Gelingen der neuen Friedensgespräche beitragen!

Möge der Nahe Osten endlich ein grosses Friedensdorf wie unser Neve Shalom/Wahat al Salam werden!

Shana Tova und Kul Am u Intu B’cher

Shalom, Salam

E.G.S.

Internationaler Kurs für Friedensanimatoren in Israel

Auch in Israel gibt es eine Minderheit von Menschen, die die Hoffung auf ein friedliches Zusammenleben nicht aufgegeben haben. Auf die Dorfgemeinschaft „Neve Shalom – Wahat al-Salam“ im Grenzgebiet zwischen Israel und dem besetzten palästinensischen Westjordanland habe ich schon hingewiesen >>.

Die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes üben nicht nur das Zusammenleben von jüdischen und arabischen Menschen, sondern unterhalten auch eine Friedensschule, welche Kurse und Camps anbietet (und erfolgreich duchführt). In der Regel sind die Angebote für Menschen aus Israel / Palästina gedacht. Die Friedenschule kann auf über 30 Jahre professionelle Arbeit zurückblicken.

Auf grossen Wunsch ihrer Freunde im Ausland bietet sie 2010 zum ersten Mal ein internationalen Kurs für Friedensanimatoren an: 6.-18. Juli 2010, natürlich in Neve Shalom – Wahat al-Salam. Anmeldefrist noch bis Ende Januar 2010.

Eid ul-Fitr und Rosch Haschanah 2009

Gemeinsame Feste feiern können, dürfen, wollen.

Das Friedensdorf Neve Schalom – Wahat al-Salam (NSWAS) an der Grenze Israels zum Westjordanland pflegt diese Gelegenheiten als wichtiges Integrationselement. Es gibt ja noch genug Gelegenheiten, uneins zu sein. Aber an gemeinsamen Festen vertieft sich das gegenseitige Verständnis, die gegenweitige Akzeptanz; wohl, weil man sich primär als Mensch und nicht als Andersdenkender begegnet.

Mitte September gab es wieder einmal die Möglichkeit praktisch zeitgleich das Ende der muslimischen Fastenzeit Eid ul-Fitr und das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschanah zu feiern. Auch das Fest von Mohammeds Himmelsreise und das christliche Fest der Kreuzerhöhung waren noch nicht lange vorbei.

Ich zeige dazu 2 Photographien, die auf Picasa abgelegt sind.

Das vergangene Jahr war ja nicht ein besonders einfaches, wie Evi Guggenheim-Shbeta, eine der Pionierinnen von NSWAS schreibt: Der grausame Kriegszug der Israeli in den Gazastreifen, die dauernde Bedrohung der Bewohner des südlichen Israels durch die palästinensischen Raketen, auf beiden Seiten die Ängste um die Verwandten und Bekannten, die Krieg, Bomben und Raketen ausgesetzt waren – auch als Angehörige der Armeen.

Wie würdest Du damit umgehen ?

Wie würdest Du damit umgehen ?

Du bist israelische Jüdin, verheiratet mit einem Araber, wohnst in einem friedlichen Dorf, weitgehend in Sicherheit. Deine Kinder gehen ins Gymnasium, in der von der Hamas mit Raketen beschossenen Zone.

 

Dein Bruder ist aktiv in der Hilfsorganisation „Physicians for Human Rights“, welche arabischen Bewohner(inne)n Palästinas im bürokratischen und diskriminierend eingestellten Israel zu ihren verfassungsmässigen Rechten verhilft und auch regelmässig die palästinensische Bevölkerung medizinisch versorgt.

 

Sein Sohn, dein Neffe, den Du gern hast, kämpft zurzeit in der israelischen Armee an der Front im Gazakrieg gegen die Palästinenser.

 

Und jetzt ?

Neve Shalom – Wahat al-Salam (Besuch)

Logo des Friedensdorfes Neve Shalom – Wahat al-Salam (NSWAS) an der Grenze von Israel zum Westjordanland und am Weg von Tel Aviv nach Jerusalem.

Logo

Ich hatte im Winter 2007/08 von diesem Friedensdorf gelesen, in dem jüdische und arabische Israeli versuchen in Frieden, das heisst in gegenseitiger liebender Akzeptanz, zu leben. Eine Wirklichkeit gewordene Utopie, entgegen den Mainstream-Trends in Israel und den von Arabern bewohnten Gebieten Palästinas. Für die Vorbereitung unserer Ferien in Israel hatte ich mir dann die Koordinaten aus der Website heruntergeladen.Oase des Friedens

Einen guten Einblick in die Vorgeschichte und Entwicklung des Friedensdorfes gibt das spannende Buch von Evi Guggenheim und Eyas Shbeta: „Oase des Friedens. Wie eine Jüdin und ein Palästinenser in Israel in Liebe leben“.

Kurze Beschreibung von Neve Shalom – Wahat al-Salam 

Wie wir dann tatsächlich nach Neve Shalom gekommen sind und was wir dort erleben durften, war schon fast ein Märchen:

Jerusalem, April 2008, ein Dutzend Versuche telefonisch für die nächste Woche in Ashdod ein Auto zu mieten: Musik hören in Endloswarteschlaufen am Telefon, raffiniert verschachtelte „Für …. drücken sie die Taste …“. Endlich, dreimal klappt dann die Verbindung, aber im Computer sind meine Angaben nicht mehr zu finden und die Verbindung kollabiert dann jedesmal mitten in der Aufnahme. 

Chagall-Fenster im Hadassa-Spital Jerusalem/En KeremPlötzlich denken wir beide gleichzeitig (es war auf der Rückfahrt vom Besuch der Synagoge des Hadassah-Spitals, wo uns die wunderschönen grossen Fenster von Chagall fesselten, Bild links): He, warum mieten wir nicht in Jerusalem bereits ein Auto, statt mit dem Bus in den Westen zurückzufahren ? Stadtplan zücken, den richtigen Stadtbus erwischen, die Strasse finden, Nähe King David (siehe nächstes Bild). Freundliche Beratung am Schalter: Warum mieten sie nicht per Internet, gibt 20% Rabatt ! Also letzte Aktion: ab ins Internet-Café – und tatsächlich, alles klappt bestens. Auto haben wir. 

Jerusalem - Blick von der Altstadt zum King David-HotelBild rechts: Neustadt Jerusalem, King David-Hotel.
Aber ohne diese an sich uninteressante Vorgeschichte wären wir nie auf die Idee gekommen, auf dem Vorbeiweg einen Abstecher nach NSWAS zu machen. Mit dem öV ist das sonst ziemlich hoffnungslos. Jetzt dank einer guten Karte kein Problem, auch wenn der israelische Staat sich nicht sonderlich bemüht, den Weg zu einem Friedensdorf gut auszuschildern.

Neve Shalom - Wahat al-Salam von Südwesten her gesehenBild links: Blick auf Neve Shalom von der Zufahrt von Südwesten her.
Natürlich sollte man sich für einen Besuch in NSWAS anmelden, möglichst frühzeitig; unsere Hoffnung ist, dass sich schon irgendwie eine Begegnung ergeben würde, in welcher wir etwas in Erfahrung bringen könnten. Der Wirt des kleinen Cafés mit verlockendem Garten ist ein Araber und ruft nach unseren Fragen laut etwas in arabischer Sprache über den ganzen Platz, wo auf der gegenüberliegenden Seite ein Mann aus einem Gebäude tritt, das wohl das Gemeindehaus ist. Wir begrüssen uns und nachdem die israelische Standard-Gesprächseröffnung „Woher kommst du ?“ die wichtigste Information geliefert hat, stellt sich heraus, dass seine Frau auch Schweizerin ist. Ein Anruf mit dem Mobiletelefon: Ja, sie hat etwas Zeit, nur eine halbe Stunde, weil sie dann eine andere Verpflichtung hat. Wir sind Eyas Shbeta in die Arme gelaufen, arabischer Israeli und seit kurzer Zeit Bürgermeister von NSWAS. Und seine Frau ist Evi Guggenheim aus der Initianten- und  Gründergeneration von NSWAS. Und die zwei haben das Buch „Oase des Friedens“ geschrieben (siehe oben).

So kommen wir auf der Terrasse von Evis und Eyas‘ Haus zu Informationen aus allererster Hand und zu einer auch menschlich feinen und bereichernden Begegnung, lernen ihre Töchter (im Schulalter) im kennen. Ausserdem stellt sich heraus, dass ich neben Evis Bruder einige Jahre in Zürich die Schulbank gedrückt habe …

Nachdem aus der geplanten halben Stunde fast zwei intensiven Gesprächs geworden sind, beschliessen wir den Besuch mit einem Rundgang und nehmen die Vision und die Manifestation von Neve Shalom – Wahat al-Salam nach Hause mit. Nicht ahnend, dass ihre nächste Bewährungsprobe mit dem Gazakrieg schon bald folgen wird.

Was ist Neve Shalom – Wahat al-Salam ?

»» Web-Site von NSWAS.

In erster Linie ein Dorf, in welchem jüdische und arabische Israeli gleichberechtigt miteinander leben. Die Mission von NSWAS ist in diesem Sinne ein Modell für das Leben in Palästina zu zeigen.

Die tragische Geschichte beider Volksgruppen, gekennzeichnet von Verfolgung, Vertreibung und Unterdrückung, lastet als schwere Hypothek, die nur durch gegenseitige Achtung, Vergebung und Liebe abgebaut werden kann. Jeder religiöse oder nationalistische Feiertag birgt Konfliktpotenzial, nicht zu reden von kriegerischen Auseinandersetzungen. Versammlungen der Bewohner/innen, in welchen die Konflikte ausdiskutiert werden, verhindern erfolgreich das Auseinanderbrechen. Eine strikte 50:50-Quotenregelung soll wenigstens äusserlich verhindern, das die einen die anderen dominieren. Von der ursprünglichen Idee, auch Menschen anderer Religionen oder Volkszugehörigkeit mitwirken zu lassen, kamen die Gründer/innen von NSWAS bald ab, um das Vorhaben nicht noch weiter zu komplizieren. 

 

Eine tragende Säule von NSWAS ist das zweisprachige, binationale Schulsystem das mittlerweile von der Kinderkrippe bis in die Sekundastufe 1 reicht. In die Schule von NSWAS kommen auch Kinder aus den umliegenden Dörfern, denen das Apartheitssystem der israelischen Staatsschule zuwider ist. Hebräisch und Arabisch sind gleichberechtigte Unterrichtssprachen, Kultur und Tradition beider Volksgruppen werden gleichrangig gepflegt. Die Schule von NSWAS ist, obwohl vom Staat lange nicht akzeptiert und eher sabotiert, eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn die Absolventen der Schule in NSWAS später staatliche Gymnasien usw. besuchen, ihre Erfahrungen bestimmen ihr von Achtung und Toleranz geprägtes Verhalten dann auch in den weitestgehend getrennten Staatsschulen. 

 

Eine weitere erfolgreiche „Schule“ ist die sogenannte Friedensschule, in welcher Jugendliche und Erwachsene in Workshops und Begegnungstrainings lernen sich gegenseitig zu achten und Vertrauen aufzubauen. 45’000 junge Menschen haben in den letzten 25 Jahren an längeren oder kürzeren Veranstaltungen der Friedensschule teilgenommen und nehmen ihre Erfahrungen in ihren Alltag zurück. Siehe zum Beispiel den Beitrag über Naomi Mark !

 

Humanitäre Aktivitäten, Workshops für Frauen, sowie Gäste-und Volontären-Programme usw. gehören ebenfalls zum Leben und Angebot von NSWAS.

Kosmogramm für Palestina

Kosmogramm für Palästina von Marko Pogacnik     Kosmogramm für Palästina

von Marko Pogačnik       

zur Wiederverbindung der Völker in Palästina.

Diese Zeichnung (ein Kosmogramm genannt) wiederspiegelt all das im heutigen Palästina Zerrissene und Getrennte – nicht nur auf der Ebene der Religionen.