Kategorie-Archiv: Märchen und Quelle

Märchen sind ein guter Engel

Märchen und Sagen sind wie ein guter Engel,
der von Geburt an, von Heimat wegen
dem Menschen mitgegeben wird auf seiner Lebenswanderung.

Karl Julius Schröer (1825-1900) zugeschrieben

Das Zitat stammt aus einem Vortrag Rudolf Steiners am 6. Februar 1913 mit dem Titel „Märchendichtung im Lichte der Geistesforschung“.  Schröer war ein von Steiner zu Studienzeiten sehr verehrter Dozent an der Universität Wien. Deshalb vermutet Almut Bockemühl, dass dieses Zitat von Schröer stammt (in: Bockemühl Almut (2006), Die Welt der Märchen, Rudolf Steiner Verlag Dornach).

Simmenfälle-Wildhornhütte-Lauenensee


Zweitageswanderung am Fusse des Wildstrubel mit den verschiedensten Formen von Wasser durch relativ intakte Landschaften.

Sibe BrünneDie Wanderung beginnt in Lenk bei der Bus-Endstation „Simmenfälle“ Pt. 1105 und führt zuerst steil bergan entlang ebendieser Simmenfälle, einer langen Kaskade von kleinen Stromschnellen und imposanten Wasserfällen. Natürlich gehört ein Halt auf der „Barbarabrügg“ in der Gischt eines Wasserfalls dazu. Für eine erste Rast würde sich der Berggasthof auf der Rezlibergweid anbieten, bekannt für seinen guten Alpkäse. Uns zieht es weiter zu den „Sibe Brünne“ (siehe Titelbild meiner Homepage), der Felsenschichtquelle (Karstquelle) der Simme, gespiesen aus dem Rezliberggletscher und Glacier de la Plaine Morte, dessen Wasser hier voller Leben aus der Felswand sprudelt.


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Um Mitternacht (Moerike)

Gedicht von Eduard Mörike (1804-1875)
(1867)

(Mörike> )

Um Mitternacht
 
Gelassen stieg die Nacht ans Land,
Lehnt träumend an der Berge Wand,
Ihr Auge sieht die goldne Waage nun
Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;
Und kecker rauschen die Quellen hervor,
Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
Vom Tage,
Vom heute gewesenen Tage.
 
Das uralt alte Schlummerlied,
Sie achtets nicht, sie ist es müd;
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
Der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer behalten die Quellen das Wort,
Es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage,
Vom Heute gewesenen Tage.

Gesang der Geister über den Wassern (Goethe)

Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
(1779)

(Goethe> )

Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.

Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.

Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.

Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!

Wasser als Element im Märchen

Wasser ist ein zentrales Element für den Menschen, für die Natur als Ganzes.

Als Symbol ist das Wasser in der Geistesgeschichte der Menschheit sehr wichtig und somit natürlich auch in den Märchen.

Ich möchte zwei Gedichte an den Anfang stellen:

„Gesang der Geister über den Wassern “ von Johann Wolfgang von Goethe.

„Um Mitternacht“ von Eduard Mörike.

(Fortsetzung folgt).