Archiv für den Tag: 29. September 2008

Wanderung zur versunkenen Stadt auf der Alp Seefeld

Bizarre Felsen über dem Justistal

Bizarre Felsen über dem Justistal

Wunderschöne Höhenwanderung auf dem Grat, der vom Niederhorn (ob Beatenberg) nach Nordosten verläuft.

Dort wo jetzt die Alp Seefeld liegt, stand in alten Zeiten eine grosse Stadt. Ihre Bewohner führten ein sehr unchristliches Leben. Der heilige Justus lebte zu Zeiten in einer Einsiedelei bei einer Quelle unten in einem steilwandigen Tal, das heute nach ihm benannt ist (Justistal). Justus wollte die Stadt besuchen, um die Leute auf den rechten Weg zu weisen. Er wurde aber verjagt und schliesslich verprügelt, als er wieder kam. Da öffnete sich die Erde und verschlang die Stadt mit samt ihren ungerechten Bewohnern.

Die Einheimischen berichten, dass gelegentlich ein unterirdisches Grollen zu vernehmen wäre, das vom Verkehr, von den über die Kopfsteinpflaster rollenden Wagen in der unterirdischen Stadt herrühre. Mir sind auf dem Weg auch die bizarren Felsen aufgefallen, die mich an Ruinen von grossen Gebäuden erinnerten. In dieser Gegend gibt es auch viele als Karrenfelder bezeichneten Karstformationen. Das unterirdische Rumpeln habe ich allerdings nicht gehört.

Alp Seefeld und Sieben Hengste
Alp Seefeld und Sieben Hengste


Beschreibung der Wanderung »hier

Der Heilige Justus

Rubens, Heiliger Justus

Rubens, Heiliger Justus

Es gibt Dutzende von Heiligen mit diesem Namen. Der berühmteste ist ein Märtyrer aus dem nördlichen Teil von Burgund aus dem 3. Jhdt. pCn., der Regierungszeit des römischen Kaisers Diokletian. Dieser Sankt Justus von Beauvais gehört zum Typ der Kephalophoren, also der Märtyrer, die nach ihrer Enthauptung mit dem Kopf unter dem Arm davonspazierten.

Justus von Beauvais oder Auxerre (je nach Überlieferung) war ein Sohn christlicher Eltern und hatte die Gabe der Weissagung. Sein Onkel mit dem Namen Justinian war als Kind verschleppt und als Sklave verkauft worden. Justus hatte die Eingebung, wo sich sein Onkel Justinian befände und führte seinen Vater nach Amiens, wo sie Justinian gegen Lösegeld befreien konnten.

Auf dem Heimweg wurden sie von den Soldaten des römischen Präfekten verfolgt, weil sie bekennende Christen waren. Als Justus „sah”, dass die Verfolger immer näher kamen, hiess er seinen Vater und dessen Bruder sich in einer Höhle verstecken. Der junge Justus wurde selber gefangen genommen. Als er sich weigerte, das Versteck seiner Verwandten zu verraten und dazu sich noch standhft als Christ bekannte, wurde er enthauptet. Seine Henker flüchteten allerdings in Panik, als der Enthauptete seinen Kopf unter den Arm nahm und davonging.

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