Willkommen bei der Märchenquelle

Märchen und viel mehr … eine Website von Urs Volkart

Die Gänsehirtin am Brunnen

Die Gänsehirtin am Brunnen (Gemälde von Georg Mayer-Franken, Pfalzmuseum Forchheim)In der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm findet sich eine immer wieder verblüffend breite Palette von Geschichten. Wilhelm Grimm, dessen Tod sich 2009 zum 150. mal jährt, hat die meisten Märchen intensiv sprachlich und oft auch inhaltlich überarbeitet, aber offenbar auch bewusst gewisse stilistische Eigenheiten der Vorlagen bewahrt.

Im Märchen KHM 179 “Die Gänsehirtin am Brunnen (» Text)” wechselt mehrmals die Erzählperspektive, fast wie in einem Film: Wir folgen zuerst den Erlebnissen des Grafen mit der alten Frau; dann erfahren wir aus dem Munde der Königin in der Rückschau (auch das stilistisch selten in einem Volksmärchen) die Geschichte ihrer jüngsten Tochter; jetzt “schwenkt die Kamera life” zu eben dieser Tochter bei der alten Frau; am Ende begleiten wir erneut den Grafen bis zur glücklichen Vereinigung und Erlösung. Und auch der Märchenerzähler mischt sich noch in der “ich”-Form ein, wie das sonst eher in mediterranen oder orientalischen Märchen verbreitet ist.

Zur Märchenbetrachtung »».

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26. January 2009 at 17:16 Comments (0)

Wie würdest Du damit umgehen ?

Wie würdest Du damit umgehen ?

Du bist israelische Jüdin, verheiratet mit einem Araber, wohnst in einem friedlichen Dorf, weitgehend in Sicherheit. Deine Kinder gehen ins Gymnasium, in der von der Hamas mit Raketen beschossenen Zone.

 

Dein Bruder ist aktiv in der Hilfsorganisation „Physicians for Human Rights“, welche arabischen Bewohner(inne)n Palästinas im bürokratischen und diskriminierend eingestellten Israel zu ihren verfassungsmässigen Rechten verhilft und auch regelmässig die palästinensische Bevölkerung medizinisch versorgt.

 

Sein Sohn, dein Neffe, den Du gern hast, kämpft zurzeit in der israelischen Armee an der Front im Gazakrieg gegen die Palästinenser.

 

Und jetzt ?

22. January 2009 at 22:18 Comments (0)

Märchenzeit 2009

Vollmond

Vollmond

zitiert von der Website der Mutabor Märchenstiftung:

Die Mutabor Märchenstiftung lädt ein zur Märchenzeit. Zwischen Vollmond, Freitag, 4. September 2009 und Vollmond, Sonntag, 4. Oktober 2009 finden in der ganzen Schweiz und im angrenzenden Ausland Veranstaltungen statt zum Thema „Vom Mond und anderen Himmelsgestirnen”. Tauchen Sie ein in die Welt der Märchen und lauschen Sie den Geschichten von Sonne, Mond und Sternen und was sie zu erzählen haben. Das Programm mit den Märchen-Veranstaltungen wird im Frühling 2009 veröffentlicht.

Ein Projekt der Mutabor Märchenstiftung unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission.

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22. January 2009 at 09:13 Comments (0)

Balafon

Balafon-SpielerDas Balafon ist seit dem 12. Jhdt. bezeugt (es existierte sicher schon früher) und gilt als Urahne anderer Stabschlag-Instrumente wie Marimba, Xylofon, Glockenspiel usw.

Das Balafon war/ist ein Instrument des Königshofs.

Die Tradition des Balafon-Spiels ist in Afrika ungebrochen und findet zunehmend Fans in Europa.

Das Balafon besteht aus Klangstäben aus Holz und Kalebassen, die als Resonanzkörper wirken. In die Seiten der Kalebassen sind zwei oder drei fingerdicke Löcher gebohrt, über die z.B. Fledermausflügel geklebt werden (heute auch immer häufiger Zigarettenpapier). Diese Membrane werden durch die Resonanz in Schwingung versetzt, sie beginnen zu surren, was dem Balafon seine typische Klangfarbe gibt. 

Balafon

Ein Balafon kann pentatonisch oder auch mit für europäische Ohren ungewohnten Tonintervallen gestimmt sein.

Ich spiele selber nicht Balafon. Ich höre umso lieber dieser faszinierenden Mischung von Rhythmus, Ostinato und Melodie zu.

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15. January 2009 at 10:02 Comments (0)

Basstrommeln aus Westafrika

Westafrikanische Basstrommeln kommen oft in drei Grössen zum Einsatz:

Kenkeni, Sangba und Dundun (Djun-djun)

Basstromel mit Glocke

Zumeist weisen sie zusätzlich ein Klangholz oder eine Glocke auf.

Basstrommeln werden mit einem Schlagholz / Stöcklein gespielt.

Ihre manchmal einfachen, manchmal komplexen Rhythmus-Muster bilden einen stützenden Klangteppich für Soloinstrumente.

Eine der Basstrommel-Stimmen (z.B. das Kenkeni) übernimmt meistens die Funktion des “Metronoms”.

Basstrommeln sind nicht Solo-Instrumente, verfügen aber über verschiedene Rhythmus-Muster: Grundrhythmus, Echauffement, Frage-Antwort usw.Basstrommeln 

Wenn ich neben dem Djembé auch alle Basstrommel-Stimmen kenne und selber spiele, kann ich mir viel besser die ganze Komposition, die Einsätze der Djembé usw. merken. Im Kopf (oder im Bauch oder wo auch immer spiele ich Basstrommel-Muster mit), auch wenn ich allein im Kämmerlein die Djembé bearbeite.

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14. January 2009 at 09:53 Comments (0)

Neve Shalom – Wahat al-Salam (Besuch)

Logo des Friedensdorfes Neve Shalom – Wahat al-Salam (NSWAS) an der Grenze von Israel zum Westjordanland und am Weg von Tel Aviv nach Jerusalem.

Logo

Ich hatte im Winter 2007/08 von diesem Friedensdorf gelesen, in dem jüdische und arabische Israeli versuchen in Frieden, das heisst in gegenseitiger liebender Akzeptanz, zu leben. Eine Wirklichkeit gewordene Utopie, entgegen den Mainstream-Trends in Israel und den von Arabern bewohnten Gebieten Palästinas. Für die Vorbereitung unserer Ferien in Israel hatte ich mir dann die Koordinaten aus der Website heruntergeladen.Oase des Friedens

Einen guten Einblick in die Vorgeschichte und Entwicklung des Friedensdorfes gibt das spannende Buch von Evi Guggenheim und Eyas Shbeta: “Oase des Friedens. Wie eine Jüdin und ein Palästinenser in Israel in Liebe leben”.

Kurze Beschreibung von Neve Shalom - Wahat al-Salam 

Wie wir dann tatsächlich nach Neve Shalom gekommen sind und was wir dort erleben durften, war schon fast ein Märchen:

Jerusalem, April 2008, ein Dutzend Versuche telefonisch für die nächste Woche in Ashdod ein Auto zu mieten: Musik hören in Endloswarteschlaufen am Telefon, raffiniert verschachtelte „Für …. drücken sie die Taste …“. Endlich, dreimal klappt dann die Verbindung, aber im Computer sind meine Angaben nicht mehr zu finden und die Verbindung kollabiert dann jedesmal mitten in der Aufnahme. 

Chagall-Fenster im Hadassa-Spital Jerusalem/En KeremPlötzlich denken wir beide gleichzeitig (es war auf der Rückfahrt vom Besuch der Synagoge des Hadassah-Spitals, wo uns die wunderschönen grossen Fenster von Chagall fesselten, Bild links): He, warum mieten wir nicht in Jerusalem bereits ein Auto, statt mit dem Bus in den Westen zurückzufahren ? Stadtplan zücken, den richtigen Stadtbus erwischen, die Strasse finden, Nähe King David (siehe nächstes Bild). Freundliche Beratung am Schalter: Warum mieten sie nicht per Internet, gibt 20% Rabatt ! Also letzte Aktion: ab ins Internet-Café – und tatsächlich, alles klappt bestens. Auto haben wir. 

Jerusalem - Blick von der Altstadt zum King David-HotelBild rechts: Neustadt Jerusalem, King David-Hotel.
Aber ohne diese an sich uninteressante Vorgeschichte wären wir nie auf die Idee gekommen, auf dem Vorbeiweg einen Abstecher nach NSWAS zu machen. Mit dem öV ist das sonst ziemlich hoffnungslos. Jetzt dank einer guten Karte kein Problem, auch wenn der israelische Staat sich nicht sonderlich bemüht, den Weg zu einem Friedensdorf gut auszuschildern.

Neve Shalom - Wahat al-Salam von Südwesten her gesehenBild links: Blick auf Neve Shalom von der Zufahrt von Südwesten her.
Natürlich sollte man sich für einen Besuch in NSWAS anmelden, möglichst frühzeitig; unsere Hoffnung ist, dass sich schon irgendwie eine Begegnung ergeben würde, in welcher wir etwas in Erfahrung bringen könnten. Der Wirt des kleinen Cafés mit verlockendem Garten ist ein Araber und ruft nach unseren Fragen laut etwas in arabischer Sprache über den ganzen Platz, wo auf der gegenüberliegenden Seite ein Mann aus einem Gebäude tritt, das wohl das Gemeindehaus ist. Wir begrüssen uns und nachdem die israelische Standard-Gesprächseröffnung „Woher kommst du ?“ die wichtigste Information geliefert hat, stellt sich heraus, dass seine Frau auch Schweizerin ist. Ein Anruf mit dem Mobiletelefon: Ja, sie hat etwas Zeit, nur eine halbe Stunde, weil sie dann eine andere Verpflichtung hat. Wir sind Eyas Shbeta in die Arme gelaufen, arabischer Israeli und seit kurzer Zeit Bürgermeister von NSWAS. Und seine Frau ist Evi Guggenheim aus der Initianten- und  Gründergeneration von NSWAS. Und die zwei haben das Buch „Oase des Friedens“ geschrieben (siehe oben).

So kommen wir auf der Terrasse von Evis und Eyas’ Haus zu Informationen aus allererster Hand und zu einer auch menschlich feinen und bereichernden Begegnung, lernen ihre Töchter (im Schulalter) im kennen. Ausserdem stellt sich heraus, dass ich neben Evis Bruder einige Jahre in Zürich die Schulbank gedrückt habe …

Nachdem aus der geplanten halben Stunde fast zwei intensiven Gesprächs geworden sind, beschliessen wir den Besuch mit einem Rundgang und nehmen die Vision und die Manifestation von Neve Shalom – Wahat al-Salam nach Hause mit. Nicht ahnend, dass ihre nächste Bewährungsprobe mit dem Gazakrieg schon bald folgen wird.

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14. January 2009 at 07:58 Comments (0)

Bibeltexte und Märchen interpretieren

Der Reichtum der mittelalterlichen Theologie kommt aus der Betrachtung des sogenannten vierfachen Schriftsinns:

  • der buchstäbliche, wortgetreue Sinn,
  • der allegorische, metaphorische Sinn, aus dem sich auch Dogmen ableiten,
  • der moralische („tropologische”) Sinn und
  • der eschatologische (oder „anagogische”) Sinn, der auf die Vollendung des Einzelnen oder der ganzen Schöpfung hinweist.

Die Parallelität zur Betrachtung von Märchen auf allen Sinn-Ebenen ist unübersehbar und auch nicht zufällig. Beim Betrachten von Märchen bewegen wir uns auf analogen Ebenen. Damit soll in keiner Weise eine Anwendung der alten Bibeltext-Interpretationsmethode “Vierfacher Schriftsinn” auf Märchen angesagt werden. Auf die Märchenbetrachtung “übersetzt” könnte das etwa so heissen: (weiterlesen …)

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7. January 2009 at 14:26 Comments (0)

Umsetzungskompetenz mit Beispielen aus Märchen

Zusammenfassung aus dem Kapitel 2 aus
Wunderer, R. (2008), “Der gestiefelte Kater als Unternehmer”, Verlag Gabler
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4. January 2009 at 15:18 Comments (0)