Märchen aus dem Norden – warm erzählt

NordenAm Wochenende vom 23./24. Januar 2016 erzählte der Basler Märchenkreis Märchen und andere Geschichten im Buchantiquariat/ Buchhandlung „Zum Bücherwurm“ in der Basler Altstadt. Im Fokus standen die Kulturkreise der Arktis, Sibiriens und Nordjapans.

Die von Joachim Pfeffinger ausgewählten und interpretierten Solostücke für Querflöte ergänzten in genialer Weise die Erzählungen. die Geschichten aus den Kulturkreisen des Nordens erscheinen uns oft fremd (und natürlich in Thema wiederum sehr nah). Zur modernen Musik haben wir ein ähnliches Verhältnis: sie erscheint uns oft sehr fremd und berührt uns dennoch.

Die Samstagabendveranstaltung war wie zu erwarten „ausgebucht“, gerade noch ein Klappstuhl blieb im Bücherwurm frei. Die Besucherinnen und Besucher waren begeistert und suchten in der Pause und am Ende auch das Gespräch mit den Erzählenden und dem Flötisten. Die Matinée am Sonntag war veranstaltungstechnisch für den Märchenkreis eine Neuheit: Es blieben ein Dutzend Stühle leer, aber stimmungsmässig war es sehr erfolgreich. Die Matinée muss sich wohl im Bewusstsein des Publikums noch als Tradition entwickeln.

Zum Programm:

Liste der erzählten Geschichten:    
Titel Herkunft Erzählt von
Wer ist der Grösste ? Inuit Denise Racine
Kagsagsuck Inuit Paul Strahm
Die Zwillinge Sibirien Madeleine Devrient
La chanson volée Arktis Danielle Dubied
Eine Unterweltsfahrt Nordjapan Yvonne Wegmüller
Galdan und Bair Sibirien Urs Volkart
Wie der Hund zum Menschen kam Sibirien Paul Strahm

 

Der Flötist Joachim Pfeffinger spielte:  
Komponisten aus den Werken
Jaques Ibert (1890-1962) “Piece pour flute seule”
Kazuo Fukushima (*1930) „Mei“ und „Requiem“
Claude Debussy (1862-1918) „Syrinx“
André Jolivet (1905-1974) „Asceses“
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
(transkribiert von Frank Michael)
„Allemande“ aus der 2. Cellosuite

Norden – 23./24. Januar 2016

Circumpolare Märchen der Inuit und der Völker Nordjapans und Sibiriens

erzählt vom Basler Märchenkreis

mit Joachim Pfeffinger, Flöte

23. Januar 2016, abends 19 Uhr
24. Januar 2016, vormittags 11 Uhr

Buchhandlung „Zum Bücherwurm“,
Gerbergässlein 12, 4051 Basel

Flyer: Norden 2016 Flyer

Das Programm wird nahezu vollumfänglich auch
am 15. März 2016, 20 Uhr, im Kesselhaus Weil am Rhein erzählt.

siehe auch älterer Beitrag

König Salomo und die Königin von Saba

Ferrara: unbekannter italienischer Künstler des 15. Jhdts.

Ferrara: unbekannter italienischer Künstler des 15. Jhdts.

Die Begegnung des Legenden-umwobenen israelischen Königs Salomo mit der Königin von Saba hat die Phantasie der Erzählerinnen und Erzähler von Mythen und Legenden schon immer fasziniert.

In der Bibel (1.Kön 10) wird die Begegnung relativ neutral dargestellt, eingebettet in die Weisheits- und Reichtums-Legenden um Salomo, seinen Tempelbau usw.

Aber welches Verhältnis hatten die beiden wirklich zueinander? Weiterlesen

Jugend ohne Alter — Leben ohne Tod

Märchen und Geschichten vom Werden und Vergehen

Erzählt von Gidon Horowitz (http://www.maerchenschatz.de/)
Musikalische Umrahmung: Daniel Steiner (Marimba, Dulcimer, Rahmentrommel)
18./19. Dezember 2015 im KUG-Studentenhaus Basel

Gidon verstand es dieses Thema, das wohl alle irgendwie beschäftigt, mit Märchen und anderen Geschichten zu durchleuchten. Während in unserer „realen Welt der totalen Illusionen“ das Altern und das Sterben nicht sein dürfen, stellt sich das Märchen schonungslos der wahren Wirklichkeit. Im Zentrum stand das mit gewaltigen Bildern gezeichnete Märchen, das dem Erzählabend den Titel gab. „Jugend ohne Alter — Leben ohne Tod“ gibt es verschiedenen Versionen, mehrere sind aus Osteuropa, insbesondere aus Rumänien überliefert. Der Märchenheld erlangt ewige Jugend und Unsterblichkeit in einem Feenreich, nach dem Abenteuer unüberwindbar scheinender Hindernisse und Widersacherinnen, geführt und unterstützt von einem mythischen Pferd. Und dann hält er das ewige Leben doch nicht aus.

Bild: Puppeninszenierung aus Temeswar (Quelle):

Puppentheater-Inszenierung Temeswar

Vor einem Jahr haben übrigens Simone Peyer und ich (auch) einen Abend mit dem Thema „Leben und Sterben“ gemacht: Vom König, der nicht sterben wollte.

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En la noche más buena

Kathedrale von Puebla de los AngelesEn la noche más buena

Weihnachtskonzert mit Werken von Juan Gutiérrez de Padilla (ca. 1590 – 1664, Südspanien und Mexico) und Gaspar Fernández (ca. 1565 – 1629, Guatemala und Mexico).

Ensemble „Ars Longa“ (Havanna) Homepage z.Zt. „sitio web en construcción

7. Dezember 2015, Basel, Predigerkirche, ein Konzert in der 73. Saison der Freunde alter Musik Basel 2015/2016 .

Mit diesem temperamentvollen Weihnachtskonzert versuchte das fantastische kubanische Ensemble „Ars longa“ das brave Basler Publikum in der Predigerkirche in vorweihnachtlichen Schwung zu bringen. Vergeblich? Das ergraute Publikum blieb zumindest äusserlich regungslos, wurde aber sicher innerlich „gewärmt“.

An den Werken der beiden unter anderem an der Kathedrale von Puebla de los Ángeles (Mexico, Bild links oben) wirkenden Komponisten lag es nicht — wunderschöne mehrstimmige Lieder mit raffinierter instrumentaler Begleitung aus dem lateinamerikanischen Frühbarock. Unverkennbar der lateinamerikanisch-volkstümliche Einschlag in der Musik (und vermutlich auch in den Texten).

Und erst das Ensemble, technisch brilliant, in der Interpretation genial; es tanzte sich durch das Konzert. Schöne ausdrucksstarke Stimmen — gerne hätte man auch gewusst, welche Szenen da in Musik umgesetzt waren. Ungewöhnlich und berührend zum Beispiel eine unisono-Partie von Mezzosopranistin und Altus; männlich-dominant der Auftritt des Bariton. Die Bläser und auch die Gitarre teils durften solistisch, teils als Begleitung der Sängerinnen und Sänger hervortreten. Auch die Bläser waren ein Teil der tänzerischen Szene: Die Blockflötistin tanzte als Schlangenbeschwörerin und Schlange zugleich. Der Posaunist hätte wohl auch in einem Jazzensemble seinen Platz. Das Continuo mit den beiden Gamben und der Orgel blieb klanglich im Hintergrund, aber unverzichtbar, um den enormen „Drive“ der Musik zu halten.

Youtube-Aufnahme mit dem Ensemble Weiterlesen

Märchen vom Träumen – Märchen zum Träumen

6. November 2015, ein wunderbarer Märchenabend in Sissach, ein wunderbares Publikum im Dachstock des Cheesmeyerhuus‘, eine warme Gastfreundschaft von „loose-rede-läse“.  
Es erzählten Simone Peyer und Urs Volkart. Musik erklang von Ingrid Gauer und Barbara Geiser mit Monochord, Koto, Tambura, Doppelflöte, Erdflöte und Trommel, als Umrahmung des Abends und passend zwischen den Märchen. Fotos: Tycho van Darrel.

Urs erzähltSimone erzählt
Ingrid und Barbara an Doppelflöte und Kotamo
Nicht nur das Publikum freut sich ...


Zum Programm:
Ursprünglich war das Wünschen unser Thema. Aber es entwickelte sich immer mehr zum Thema Traum, Weiterlesen

Märchen und Geschichten vom Träumen

Freitag, 6. November 2015, 19.30 Uhr

Cheesmeyerhuus, Hauptstrasse 55, 4450 Sissach

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Es erzählen Simone Peyer und Urs Volkart

Märchenhafte Klänge von Ingrid Gauer und Barbara Geiser

Veranstalter: Verein „loose-rede-läse“

Flyer herunterladen >> Flyer Märchenabend vom Träumen 6.11.15 Sissach

der Traum der Magier (3 Könige) von Coppo di Marcovaldo (13.Jhdt)

Bild: Der Traum der Magier (3 Könige) von Coppo die Marcovaldo, 13. Jhdt., Florenz

Wie oft weisen in den Märchen die Botschaften in Träumen den (Märchen-) Heldinnen und –helden den Weg, geben ihnen die entscheidenden Hinweise wie ihre Wünsche in Erfüllung gehen könnten. Manchmal werden diese Botschaften auch nicht sogleich verstanden oder gar abgelehnt. Manchmal schlafen die Menschen in den Geschichten, ohne dass wir etwas über ihre Träume erfahren, und doch hat sich beim Erwachen etwas entwickelt.

Da ich mich schon vor ein paar Jahren mit dem Traum im Märchen beschäftigt habe, gibt es dazu zwei „alte“ Beiträge auf dieser Webseite: 1 2

Märchen aus der Polarregion

Samstag, 23. Januar 2016, 19 Uhr
Sonntag, 24. Januar 2016, 11 Uhr

Buchantiquariat „Zum Bücherwurm“,
Gerbergässlein 12, 4051 Basel

Der Basler Märchenkreis bereitet ein Märchenwochenende mit Märchen und Geschichten aus der Polarregion vor. Die Kulturen des Hohen Nordens, also die Samen Europas, die Inuit und anderen Eskimovölker, Indianerstämme Nordkanadas und die Völker Sibiriens haben alle eine reiche Erzähltradition, die von der engen Verbundenheit mit der Natur, mit den Tieren, auch mit den Jahreszeiten und oft mit ihrer nomadischen Lebensweise zeugen.

Bild: Koryak-Frau von der Halbinsel Kamchatka.

Erstmals folgt nach dem samstäglichen Abendanlass eine Matinée am  Sonntagvormittag.

Das Programm wird nahezu vollumfänglich auch am 15. März 2016, 20 Uhr, im Kesselhaus Weil am Rhein erzählt.

Im November 2015 findet zudem noch
ein offener Abend statt:
Mittwoch, 11. November 2015, 19.30 Uhr,
Buchantiquariat „Zum Bücherwurm“, Basel
Flyer_Offener_Abend_BaslerMaerchenkreis_11Nov2015

Der Basler Märchenkreis freut sich auf alle Teilnehmenden.

Die zwölf Jäger – eine kleine Betrachtung

 

Die zwölf Jäger

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Brüder Grimm KHM 76 (ursprünglicher Titel: Der König mit dem Löwen)

Märchentyp: ATU 884 (Frau in Männerkleidern) und ATU 313 (Magische, aber nicht unbedingt zaubernde/hexende Flucht/Suche/Verführung – Das Mädchen als Helferin)


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Einige Gedanken zum Märchen
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Auf der äusseren Ebene haben wir hier ein Genderthema, männliches-weibliches äusserliches Verhalten (inkl. Kleidung als „Persona“-Symbol), in einer Biedermeier-Typisierung der Frauen- und Männerrollen. Heute empfinden wir das fast als Karikatur. Aber ein kleiner Ausflug in die Stadt, besonders am Abend in ein von Jungen frequentiertes Quartier (in Basel die Achse Steinen-Barfi-Gerbergasse), zeigt uns rasch die Aktualität der im Märchen geschilderten Geschlechter-Stereotypen.

Eine Ebene tiefer betrachtet: der Mann gehorcht seinem Vater (Chef, Über-Ich), die Frau gehorcht ihrem Herzen (und zieht daraus grosse Kräfte). Weiterlesen