Was soll dieses Thema auf einem Wissensmanagment-Blog ?

Vorbemerkung: Der folgende Artikel zum Thema Konsumismus ist nicht eine sinngetreue Zusammenfassung des nachstehend referenzierten Artikels, noch nimmt er Bezug auf die entsprechende Primärliteratur, noch entspricht er der Meinung des referenzierten Autors. Vielmehr habe ich meine eigenen Assoziationen zu Aspekten des Wissensmanagements bei der Lektüre des Artikels aufgeführt.

Referenz: Hochstrasser, F. (2009) „Konsumismus in der Schule?”, vpod bildungspolitik Heft 158, S. 34-39.
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Workshop von Thomas Moser, PHZ Schwyz
an der Fachtagung “Personal Learning Environments in der Schule” der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Arth-Goldau am 13. März 2009.

Theoretisch ist eine Lehrplattform wie Moodle oder Educanet2 eine von den Lehrenden strukturierte und verwaltete Lernumgebung. Sie sind kursmässig organisiert (an einer Hochschule) oder versuchen die Klassenstruktur einer Schule abzubilden.

Ein PLE-Tool ist grundsätzlich eine von den Lernenden personalisierbare Lernumgebung. Es sollte jede/r Schüler/in seine eigenen PLE-Tools mit unterschiedlichen Konfigurationen benützen dürfen. Die Praxis zeigte allerdings deutlich auf, dass für die Durchführung von Computer-unterstütztem Unterricht die Lehrperson die Strukturierung der Lernumgebung vornehmen muss und die Lernenden lediglich dazu eingeladen werden.

Der grosse Aufmarsch von Teilnehmenden am, wie die Ausschreibung versprach, „praxisorientierten” Workshop zeigte das Interesse, hier mehr Klarheit zu gewinnen.  Read the rest of this entry »

1972 publizierte Alan Kay, damals Mitarbeiter im Xerox Palo Alto Research Center, einen Artikel „A Personal Computer for Children of All Ages” in den „Proceedings of the ACM National Conference”, August 1972.

Kopie dieses Artikels (in historischer Lese-Qualität) hier »».

Ein aktuelles Interview (2008) mit Alan Kay hier »».

Schon die Einleitung macht klar, mit welcher Haltung Alan Kay an die Probleme herangeht, indem er (sinngemäss) sagt: „Wir hoffen immer, dass Technologie unserer Probleme löst. Aber das funktioniert eigentlich nie, u.a. weil die Menschen nicht einbezogen werden.”

Bezogen auf das Lernen fordert Kay, dass wir primär berücksichtigen müssen, dass Lernen ein aktiver und mit viel Aktivität verbundener Prozess ist. Es braucht deshalb eine Technologie, die dem Bedürfnis nach Aktivität (wir würden im Bezug auf Medien heute „Interaktivität” sagen) entgegenkommt und diese Art von Lernen unterstützt. Lernmaschinen, die lediglich auf Drill ausgerichtet sind, lehnt Kay ab (und das in einer Zeit der Hochblüte von Skinner & Co.!).

Nett an Alan Kay’s Artikel waren unter anderem ein erdachte Story mit zwei Neunjährigen, welche im Park ausgerüstet mit „Dynabook”s lernen, und eine detaillierte Beschreibung des „Dynabook”s samt Hand-Zeichnungen. Heute würden man beim Dynabook von einem Notebook oder Tablet-PC sprechen.  Read the rest of this entry »

Workshop mit 2 Vertretern der Zurich International School:
“Embed, Enhance, Shift. Putting the Pieces Together: 1 to 1, Integration, NETS, UbD, Smart Classrooms, 2.0, eLearning”
an der Fachtagung über “personal learning environments”, PHZ Arth-Goldau, 13. März 2009

Notizen und Eindrücke von der interessanten Präsentation, festgehalten von Urs:

Ab August bekommen alle Lernenden ab der 6.Klasse einen Schulcompi:

  • 6.-8. Klasse: ein Netbook, persönlich, in der Schule verbleibend;
  • ab 9. Klasse ein Tablet-PC von Lenovo (TC), zum Heimnehmen.

Strategie: Lernende und Lehrende produzieren.
Statt Substitution der Mittel (Smartboard statt Proki und TC statt Papier) wird eine Transformation des Unterrichts angestrebt.

Schulausrüstung:
Alle Schulzimmer mit Smartboards,
W-LAN alle sind mit dem Lehrer-TC und so auch mit dem Smartboard verknüpft.

Es gibt keinen Informatik-Unterricht mehr (Allfällige Kenntnisse werden aus Lernprogrammen aus dem Internet erworben).

Es gibt keine Computerräume mehr. Auch die Anzahl der Drucker konnte von 50 auf 8 reduziert werden. Die Lerndokumentation und Aufgabenkontrolle verläuft weitgehend papierlos.

TC: Verantwortung beim Besitzer auf Zeit. Keine Admin-Einshränkung, keine Filter im Internet; Kontrollen (Stichproben) sind möglich, werden aber praktisch nie angewendet. Die Lernenden sehen im unkonventionellen TC ein Lerninstrument. Als Spielmaschine verwenden sie vermutlich lieber die heimische Workstation. Technischer Support und zentrale Reparatur-Vermittlung durch zusätzliche Arbeitspensen an der Schule. Read the rest of this entry »

Ein SharePoint Server ist noch kein Wissensmanagement, aber er kann helfen.

Eine intelligente Dateiverwaltung kann helfen, gemeinsam genutzte Dokumente und Dossiers als Informationsquellen (Wissensaustausch) zu nutzen und zu pflegen.

Allen Mitarbeitenden können auf dem Bildschirm unterstützende, informative Portale und personalisierte zur Verfügung gestellt werden.

Netzwerke (Communities) von Mitarbeitenden ausserhalb der Organisationsstrukturen werden gleichberechtigt abgebildet.

Der Zugriff auf die gemeinsamen Netze ist auch von ausserhalb des Firmenarbeitsplatzes möglich.

Verschiedene Anbieter bauen auf dem Microsoft Office SharePoint Server eigene Oberflächen auf und integrieren weitere Funktionen wie leistungsfähige CMS usw.

Kurzbeschreibung des Microsoft Office SharePoint Servers.

Auch hier gilt: Der Mehrwert einer solchen Applikation steht und fällt mit dem Beteiligungsgrad der Mitarbeitenden, also mit den fördernden und hemmenden Merkmale der Unternehmenskultur.

Referenz: Hundertpfund, A. (2008) “Handy im Unterricht: Nur ein Ärgernis?”
Folio 08/05, S. 28-31

Der Autor plädiert für einen unverkrampften Umgang mit dem, was so allgemein als Handy bezeichnet wird (und in meiner Optik die Grenze zum mobilen Computer-Multi Media-Kommunikationssystem längst überschritten hat).

Ausser Zweifel steht:

  • Handys können den Unterricht stören.
  • mit Handys kann während Prüfungen geschummelt werden.

Damit ist die Schule schon wieder in der Defensive (vgl. Vortrag von Thomas Merz-Abt).

Das Plädoyer für den offensiven Umgang mit dem Handy fokussiert auf die folgenden Einsatzmöglichkeiten:    Read the rest of this entry »

Referenz: Czicho, R. (2008)
“Lernkultur etablieren – Lernchancen nutzen”, Wissensmanagement 08/05, S. 48 – 49.

Der Autor gibt Ideen für das Lernen im Unternehmen:

1. Themen-Owner

Wichtige Wissensthemen identifizieren und einem/r bestimmten Mitarbeiter/in zuordnen. Anfrage (Ziel): sein persönl. Wissen vertiefen und vor allem aktualisieren. Gelesenes und Erfahrenes zusammenfassen und allen anderen zur Verfügung stellen. Dafür braucht es eine geeignete Plattform und ein Telefonbuch mit gelben Seiten. Im Arbeitspensum sind dafür 1-2Std. wöchentlich und regelmässig einzuplanen.

2. Erfahrungsaustausch

Neben dem dokumentierten expliziten Wissen ist der persönliche Wissenstransfer zu pflegen. Bsp.: regelmässige Erfa-Meetings im Team (Welche Erfahrungen habe ich diese Woche gesammelt?  Welche interessante Fachinformation ist mir zugefallen? Welches Problem musste ich neulich im Unterricht lösen? usw.). Besucher aus anderen Teams, Berufslernende und andere Gäste vergrössern diesen Reichtum an Erfahrungswissen, indem sie den Perspektivenwechsel erleichtern.

3. Weiterbildungsprozess

Wer eine Weiterbildung besucht, fasst die wesentlichen Lernergebnisse schriftlich und/oder in einem Kurzvortrag an der Teamsitzung zusammen.
Ehemalige Teilnehmende werden als Co-Trainer bei internen Weiterbildungen eingesetzt.

4. Erfolge und Misserfolge

MA sollen dazu ermuntert werden und befähigt werden, gelungene Vorhaben als Erfolgsstories (→ best practice) mitzuteilen.
Dasselbe muss aber auch für Misserfolge gelten, die Lernprozesse auslösen. Ist Angst noch die herrschende “Fehlerkultur” könnten Vorgesetzte oder teamnahe Q-Leute anonymisierte Lernblogs oder Lernbriefe verfassen.

Beat Döbeli brachte die Schlagworte Web 1.0 und folgende in einem Vortrag am 15.11.2008 (an der 11. Jahrestagung «Unterrichten mit neuen Medien») auf den Punkt:

Web 1.0 = READ

Web 2.0 = WRITE

Web 3.0 = EXECUTE

Nein, keine neue Perversion im Internet, sondern der Versuch von Venkatesh Rao zu begründen, weshalb die Heirat des alten Wissensmanagements mit den Social Media-Teenies nicht recht klappen will.

Für das Verständnis der Analyse von Rao ist vorweg seine “Generationensoziologie” zu beachten (siehe »).

Der Titel des Original-Artikels von Rao lautet “Social Media vs. Knowledge Management: A Generational War”, publiziert auf dem Enterprise 2.0 Blog.

Rao stellt fest, dass zurzeit noch die Boomers an den Machthebeln der Wirtschaft sitzen, wobei sie allmählich durch die Generation X abgelöst werden.

Wissensmanagement ist ein Kind der Boomer-Generation und als solches tendenziell kopflastig und Werte-orientiert. Klassisches WM ist deshalb immer top-down gedacht und aufgegleist. Experten müssen’s richten und die Software ist eine „Hammer-Alles-in-1″-Lösung. Wissens-Bewahrung ist ein zentrales (konservatives) Anliegen der abtretenden Boomer-Generation.   Read the rest of this entry »

Typisch für zeitgemässe Arbeitsorganisation wäre:

  • Die Aufgabenverwaltung und Arbeitsplanung integriert individuelle Aufgaben, Teamaufgaben und Projektaktivitäten.
  • Analoges gilt für die “Ideenverwaltung”.
  • Banale Informationen wie Adressbücher aus verschiedenen Datenbeständen sind integriert, Redundanzen nicht hinderlich.
  • Informationen können platziert und geholt werden – von allen.
  • Gespeicherte “alte” Information soll weg vom Tisch, aber im Bedarfsfall trotzdem abrufbar sein.
  • Informationen können über Metadaten vernetzt werden.

Diese Liste von Merkmalen einer veränderten Arbeitsorganisation stellt meine Interpretation der Ansprüche dar, welche die Firma Scheuring mit ihrem Tool “hyper Manager” zu erfüllen behauptet.

Kombinierte Software für Wissensmanagement einschliesslich E-Learning und Qualitätsentwicklung.
Gesehen an der Worlddidac Basel 2008.

Schweizerische Entwicklung. Relativ neu auf dem Markt. Wirkt sehr professionell. Funktionalität umfassend und, wenn man die Logik begriffen hat, auch gut handhabbar (in der Demo).
Software as a service. Eher teuer, weil auch Lernende als User gerechnet werden.

» Homepage

Immer mehr Zusammenarbeits-Tools erscheinen im Internet. Allerdings nicht alles ganz gratis, aber hoffentlich nicht “umsonst”.

Die Firma MindMeister stellt ein mind mapping – tool ins Netz, das in einer eingeschränkten Form gratis und explizit für das Zusammenarbeiten mit Hilfe von Mind maps gedacht ist. Obwohl als Single user – Version gedacht soll auch die Gratis-Version eine Nutzung einer Map durch mehrere User zulassen (Es wäre ja sonst ein Etikettenschwindel). Ausprobiert habe ich’s noch nicht.

Dank eines Hinweises von Robi Gasser habe ich mich etwas im Biblionetz von Beat Döbeli umgesehen.

Dieses Wissensnetz geht von einer sehr umfangreichen Literaturverabreitung aus, welche in ein Netzwerk von Literaturliste, Textsammlung, Glossar, Personenlexikon, Fragenkatalog-basierter und natürlicher freier Suchmöglichkeit besteht, aus welcher zusätzlich eine Zitatensammlung und diverse Hitlisten generiert wurden.

Natürlich fehlt auch nicht eine gepflegte Linksammlung.

Und natürlich eine Möglichkeit, dass User mithelfen, das Wissensnetz weiter zu entwickeln.

Eigentlich könnte ich mit meinen Blog grad beenden und Euch zu Beat schicken.

Beim Wissensaufbau durch Wissenaustausch ist meiner Meinung nach das Gespräch zwischen Menschen die effektivste Form, weil so viel weniger auf die Informationsebene abstrahiert und dann wieder interpretiert werden muss. Auch das, was bei einer Text-Information zwischen den Zeilen steht, kann so explizit ‘rübergebracht werden.

Wissensarbeiter/innen müssen gute Zuhörer/innen sein. Setzen wir die genial-banale 3-Sekunden-Regel ein, die ich von einem Blog-Artikel von Sigrid Hauer wiedergebe (Zitat, leicht gekürzt):

  • Stell eine Frage und lass dann Deinem/Deiner Gesprächspartner/in mindestens 3 Sekunden Zeit zu antworten.
  • Höre Dir die Antwort komplett an. Wenn Dein/e Gesprächspartner/in mit dem Sprechen aufhört, gib ihm/ihr und Dir 3 Sekunden Nach-Denk-Zeit.
    Meist ist Dein/e Gesprächspartner/in noch nicht fertig und sagt erst jetzt das Relevante. Gib immer wieder Nach-Denk-Zeit, bis Dein/e Gesprächspartner/in auch nach 3 Sekunden nichts mehr sagt.
  • Dann sprich weiter oder stell Deine nächste Frage.

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An der Worlddidac Basel 2008 stiess ich auf die norwegische Software “fronter“. Beeindruckend ist die internationale Referenzenliste, die von Grundschulen (z.B. London) über Berufsschulen (z.B. München) bis Universitäten (z.B. Wien) reicht. Nicht zu Reden von Skandinavien, wo eLearning sowieso schon viel besser etabliert ist als in der Schweiz oder Deutschland.

Der Funktionsumfang lässt im Bezug auf “Lernplattform” auf den ersten Blick wenig Wünsche übrig; eine eingehende Prüfung war am Stand natürlich nicht drin (es war auch grässlich heiss in der Halle). Aber Educanet kann man vergessen.

Was auch interessant ist: Viele Tools scheinen mir auch als “social software” unternehmensintern und sogar in der Beziehung zu Kunden anwendbar.

Sympathisch: Software as a service. 100% Web-basiert, also kein Unterhalt ausser normalen Admin-Aufgaben. Vollfunktion-Account zum Testen erhältlich. Deutschsprachige User-Community im Aufbau.

Wenn also ein Pflichtenheft für Software vorliegen wird, wäre für eine Bildungsunternehmung ein Blick auf “fronter” angesagt.