Lebendiger Wissensaustausch

Referenz: Deckert, C. & Heinrich, K.-H. (2008), Wissensmanagement 2008/06, 44-46: „Vitaler Wissensaustausch“

Wissensaustausch lebt durch die Menschen, nicht durch die IT.

Zentral ist eine wissensbejahende und fehlertolerante Unternehmenskultur.

Nutzbringende Wissensmanagement-Anwendungen:

  • Beschreibung erfolgreicher Lösungsstrategien (Best Practice) → Standards.
  • Expertenwissen wird auf mehr Mitarbeitende verteilt → Wissensverlust bei Austritt verringert.
  • Kombination von Wissen (bzw. Informationen).

Wissensaustausch ist Job Enrichment, d.h. führt zu interessanterer und selbstverantwortlicher Arbeit.

Wissen ist die einzige Ressource, die sich beim Gebrauch vermehrt.

Methodischer Ansatz: Wissensgemeinschaften schaffen.
Das sind über einen längeren Zeitraum bestehende Personengruppen, die Interesse an einem gemeinsamen Thema haben, Wissen aufbauen und teilen wollen. Die Teilnahme an Wissensgemeinschaften ist freiwillig. Wissensgemeinschaften sind bereichsübergreifend und geben sich ihre Struktur selber (z.B. Wahl des/der Moderator/in).
Ressourcen: Zeit (möglichst feste Termine), Räumlichkeiten, IT-Ressourcen, ev. Budget.

Solche Wissensgemeinschaften können auch firmenübergreifend sein, besonders wenn sie sich an einem Standort befinden (Chemie-Pharma-Park, Multi-Firmen-Werke).

Literatur dazu: Probst, G. & al. (2001), io new management 2001/10, 37-43.

Wissensrisiken

Der Autor Stefan Koller fasst in seinem Beitrag „Wissensrisiken – Risiken aus Sicht des Wissensmanagements“ verschiedene Ansätze zum Thema Wissensrisiken zusammen. Im folgenden meine Zusammenfassung der Zusammenfassung:

Es gibt meines Erachtens drei Bereiche von Wissensrisiken:

  1. Wissensabfluss
    Personalfluktuation führt zum Abfluss von Wissen im sachlich-technischen, organisatorischen und Marketing-Bereich, aber auch im „Beziehungsnetzbereich“.
  2. Mangelndes Prozesswissen
    Neben den offensichtlichen Risiken wie mangelndem Wissen über die eigene Arbeit und deren gesundheitlichen oder umweltbelastenden Aspekte gehören z.B. auch Führungsprobleme, Kommunikationsstörungen und mangelhafte Transparenz im Unternehmen dazu.
  3. Mangelndes Strategie-relevantes Wissen
    Mangelhafte Wissen über Neuerungen (Technologie, Markt); fehlende Projektsteuerung.

Die Risiken bestehen nicht im grundsätzlichen Fehlen von Wissen, sondern in den Lücken im Wissensaufbau, z.B. durch mangelhafte Weitergabe von Informationen, Nichtausschöpfen von Informationen usw.

Die Risikobewertung wird meines Erachtens dadurch erschwert, dass die Folgen von „Ereignissen“ in diesen Risikobereichen nur langsam sichtbar oder vorübergehend kompensiert werden und selten sofort materiellen Schaden anrichten. Es sind also vielmehr „schleichende Gefahren“ mit unter Umständen hartnäckigen Folgen.