Das Gespräch als Methode des Wissensmanagements

Referenz: Eppler, M.J. & Mengis, J.. (2007), „Wissensdialoge“, p. 53-67.
in: Belliger, A. & Krieger, D. (2007) „Wissensmanagement für KMU“, vdf Zürich.

Die Autoren plädieren für das Gespräch als zentrale Methode des Wissensmanagements.

Aufgrund einer Literaturananlyse heben sie die Bedeutung von Gesprächen in den folgenden 4 Management-Aufgabenbereichen hervor:

  • Wissensmanagement:
    Explizieren von Wissen interaktiv; gemeinschaftlicher Aufbau von Wissen.
  • Lernen in der Organisation:
    Gemeinsames Nachdenken und kooperatives Entdecken.
    Beziehungsaspekte und implizite Denkstrukturen oder Glaubenssätze werden transparent.
  • Change:
    Kreative Konstruktion der neuen Realität statt blosser Information.
  • Strategie:
    Qualität der Entscheidungsvorbereitung.

Typische Schwierigkeiten
bei Gesprächen als Methode des WM
:

  • Individuelles Wissen wird nicht zu Gruppenwissen, bestehendes Wissen wird nicht weiterentwickelt.
    Mögliche Gründe: Häufige Unterbrechung des Gesprächs, stures Argumentieren, Dominanz von Einzelpersonen, Verteidigungshaltung, Harmoniedenken, Ja-aber-Argumentation, fehlende gemeinsame Begrifflichkeit, unaufgedekcte Missverständnisse.
  • Mangelhafte Anwendung von erarbeitetem Wissen.
    Mögliche Gründe: „Paralyse durch Analyse“, „Vergänglichkeit“ eines Gesprächs, schlechte Dokumentation der Gesprächsergebnisse.

Die Autoren verweisen dazu auf die Literatur zur Gesprächsoptimierung.

Die Autoren haben eine umfangreiche Typologie der Gespräche erarbeitet, welche theoretisch sehr interessant ist, aus welcher ich aber nur einige Tipps zur Optimierung von Wissensgesprächen herausnehme:

Individuelles Wissen → Gruppenwissen

  • Erzählen von typischen Abläufen, erlebten Situationen.
  • Klärung der Begriffsbedeutungen.
  • Analogien und Metaphern verwenden.
  • Visualisierung.
  • Mind Map und andere Mapping-Verfahren
  • Meinungen und Einschätzungen mit „Warum“ hinterfragen.
  • Prozess der Überlegungen, nicht nur das Resultat darstellen.

Neues Wissen schaffen

  • Bewusst neue Begriffe schaffen und definieren.
  • Perspektiven wechseln.
  • Kretivitätstechniken anwenden.

Wissen bewerten und umsetzen

  • Kriterien und Bewertungsskalen definieren.
  • Systemisch bewerten.
  • Massnahmen, Termine und Verantwortlichkeiten klären und festhalten.

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