Referenz: Volk, H. (2008b): “Erfahrung – ein unverzichtbarer Lehrmeister”
Kolumne im “stellefant” vom 19.12.08.
Der Autor der Kolumne zitiert ohne nähere Quellenangabe Prof. Ferdinand Rohrhirsch von der Kathol. Universität Eichstätt-Ingolstadt, der ein grosses Plädoyer für die Erfahrung abgibt und zugleich vor dem Allgemeinplatz warnt: “Die enorme Zunahme des Wissens bei rapider Abnahme der Haltbarkeit einmal erworbenen Wissens entwertet die Erfahrung [...]“.
Nach einer ebenfalls ohne Quellenangabe zitierten Gallup-Studie braucht es 10 – 18 Jahre Erfahrung, bis jemand Spitzenleistungen in seinem Job erreicht. Read the rest of this entry »
Referenz: Hundertpfund, A. (2008) “Handy im Unterricht: Nur ein Ärgernis?”
Folio 08/05, S. 28-31
Der Autor plädiert für einen unverkrampften Umgang mit dem, was so allgemein als Handy bezeichnet wird (und in meiner Optik die Grenze zum mobilen Computer-Multi Media-Kommunikationssystem längst überschritten hat).
Ausser Zweifel steht:
- Handys können den Unterricht stören.
- mit Handys kann während Prüfungen geschummelt werden.
Damit ist die Schule schon wieder in der Defensive (vgl. Vortrag von Thomas Merz-Abt).
Das Plädoyer für den offensiven Umgang mit dem Handy fokussiert auf die folgenden Einsatzmöglichkeiten: Read the rest of this entry »
Referenz: Czicho, R. (2008)
“Lernkultur etablieren – Lernchancen nutzen”, Wissensmanagement 08/05, S. 48 – 49.
Der Autor gibt Ideen für das Lernen im Unternehmen:
1. Themen-Owner
Wichtige Wissensthemen identifizieren und einem/r bestimmten Mitarbeiter/in zuordnen. Anfrage (Ziel): sein persönl. Wissen vertiefen und vor allem aktualisieren. Gelesenes und Erfahrenes zusammenfassen und allen anderen zur Verfügung stellen. Dafür braucht es eine geeignete Plattform und ein Telefonbuch mit gelben Seiten. Im Arbeitspensum sind dafür 1-2Std. wöchentlich und regelmässig einzuplanen.
2. Erfahrungsaustausch
Neben dem dokumentierten expliziten Wissen ist der persönliche Wissenstransfer zu pflegen. Bsp.: regelmässige Erfa-Meetings im Team (Welche Erfahrungen habe ich diese Woche gesammelt? Welche interessante Fachinformation ist mir zugefallen? Welches Problem musste ich neulich im Unterricht lösen? usw.). Besucher aus anderen Teams, Berufslernende und andere Gäste vergrössern diesen Reichtum an Erfahrungswissen, indem sie den Perspektivenwechsel erleichtern.
3. Weiterbildungsprozess
Wer eine Weiterbildung besucht, fasst die wesentlichen Lernergebnisse schriftlich und/oder in einem Kurzvortrag an der Teamsitzung zusammen.
Ehemalige Teilnehmende werden als Co-Trainer bei internen Weiterbildungen eingesetzt.
4. Erfolge und Misserfolge
MA sollen dazu ermuntert werden und befähigt werden, gelungene Vorhaben als Erfolgsstories (→ best practice) mitzuteilen.
Dasselbe muss aber auch für Misserfolge gelten, die Lernprozesse auslösen. Ist Angst noch die herrschende “Fehlerkultur” könnten Vorgesetzte oder teamnahe Q-Leute anonymisierte Lernblogs oder Lernbriefe verfassen.
GIBB = Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern
Die GIBB definiert E-Learning als “alle Lehr- und Lernaktivitäten, bei welchen das Hilfsmittel Computer eingesetzt wird” (Niklaus Gerber, z.Zt. Vorsteher Abt. Mechanisch-Technische Berufe).
Das Spektrum reicht also von der einfachen Erstellung eines Textdokuments mit einem Textverarbeitungsprogramm bis zur Zusammenarbeit in einer virtuellen Lernumgebung. Gerber spricht auch davon, dass von den angehenden Berufsleuten Medienkompetenz erwartet wird.
Gerber vergleicht die Einführung von E-Learning und Wissensmanagement mit der Einführung eines Qualitätsmanagement. Erste Bedingung ist die vorbehaltlose Einbindung der Führung. Ohne dieses Committement lässt man es besser gleich bleiben. Dann müssen Mensch, Technik und Organisation parallel und als Einheit entwickelt werden. Als drittes darf keine Teilung der Lehrkörpers (“Digital Divide”) entstehen.
Realisation an der GIBB:
- Technik: > ICT-Organigramm
- Lernplattform: educanet 2
- Organisation: Für E-Learning und Wissensmanagement wurde ein Ressort gebildet, das die Aktivitäten in den Abteilungen unterstützt. Jede Abteilung hat zudem einen E-Learning-Verantwortlichen. > Ressort-Organisation
- Lehrende: 3-stufiges Ausbildungskonzept, wobei die erste Stufe “Learn do use ICT” für alle obligatorisch ist, auch für nebenamtliche, und z.B. die folgenden Kursmodule umfasst: Educanet-Basics, eine Klasse coachen, alle Module von Educanet nutzen, verschiedenste Medien nutzen (Audio, Visuelle) usw. > Kurse für E-Education und Medien
Referenz: Fogolin, A., Hahne, K. & Zinke, G. (2005)
Artikel mit obigen Titel auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung (URN: 0035-0138-0)
Vor 3½ Jahren provozierten Angela Fogolin und ihre Kollegen die deutsche E-Learning-Gemeinde mit einem Artikel, der mit dem Ausdruck “E-Learning-Hysterie” auf der 1. Zeile begann. Ihr Artikel wollte aber eigentlich das Potenzial von E-Learning in der Berufsbildung herausstreichen. Einige wichtige Gedanken aus diesem Pamphlet:
- Der Bedarf besteht nach Arbeitsplatz- und Arbeitsprozess-nahen Angeboten, nicht nach neuen Informatikräumen in der Schule.
- Lern-Infrastrukturen müssen Web-gestützt sein, damit die Vernetzung des formalen Lernens mit dem Angebot im Internet möglich wird.
- Als Informationsquelle für technische Berufe werden die Tutorials und Anwenderberichte der Hersteller von Geräten und Zwischenprodukten hervorgehoben.
- Daneben bleiben die strukturierten Lernplattformen für das formale Lernen natürlich wichtig.
- Als drittes Element werden die Online-Communities erwähnt.
- Ein Handlungsbedarf besteht insbesondere auf das Lernen (Wissensmanagement) in KMU.
Bemerkung: Heute würden die Autoren vermutlich die Online-Communities als Lernumgebung stärker hervorheben. Insbesondere lebt der Aufbau von Erfahrungswissen in Unternehmen von diesen Communities mehr als von formalem Lernen.
Ist das Moderieren von Online-Communities ein neues Geschäftsfeld für Weiterbildungs-Anbieter?
Unter diesem Titel hielt Thomas Merz-Abt sein Schlussreferat an der UNM-Tagung am 15.11.08 in Zürich.
Merz-Abt fordert auf, endlich die Realitäten in der Welt ausserhalb der Volksschule wahrzunehmen und daraus Schlüsse für die Konzepte und Ressourcen in den Volksschulen zu ziehen. Read the rest of this entry »
Referenz: Strobel, T. (2008), Wissensmanagement 08/5, S.42-43.
Der Autor plädiert dafür, Ressourcen und Führungsengagement in die Wissensarbeiter und die Zusammenarbeitskultur zu stecken, nicht vorrangig im IT.
E-Learning als Lernkultur erfordert nicht teure, sondern hemmnisarme und hierachiefreie IT.
In Zukunft wird Wissen immer mehr zur Ware (und nicht nur Ressource), nicht nur, aber besonders natürlich in Bildungsinstitutionen. Innovation wird zu einem gemeinsamen Projekt von Kunde und Anbieter.
Die Demografische Entwicklung und der Qualifikations-Mix der Schulabgänger bewirken einen Engpass bei den Wissensarbeitern. Deshalb müssen Unternehmen besonders attraktive Umgebungen für Wissensaufbau, -tausch und -nutzung bieten. Infolge der raschen Innovationszyklen ist das Hauptproblem nicht die Wissensbewahrung, sondern die effektive Wissensbeschaffung, wenn neues Wissen gebraucht wird (information on demand).
Grundsätzlich kann E-Learning in unterschiedlichem Masse in eine Lehrveranstaltung eingebaut werden:
- Anreicherung
E-Learning veranstaltungsbegleitend, nicht absolut kritisch für Lernerfolg.
- Integration
Kombination von Präsenz- und virtuellem Unterricht, ± gleichrangig.
- Virtualisierung
Virtueller Unterricht als Normalfall; Präsenzunterricht nur tutoriell genutzt.
Bildungsinstitutionen verhalten sich tendenziell reaktiv gegenüber gesellschaftlichen Neuerungen, insbesondere, wenn diese sehr technologieabhängig sind. Deshalb können Bildungsinstitutionen den Mediengewohnheiten und Fertigkeiten ihrer Lernenden nicht folgen. Sie müssen sich dafür mit Auswüchsen herumschlagen, wenn die mediengewohnten Lernenden geschriebene oder noch gar nicht bestehende Regeln brechen. Da heute der Gebrauch von Medien eng an mobile elektronische Geräte irgendwo zwischen Mobiltelefon, Video und Computer gekoppelt ist (bzw. diese Geräte vereinigen), sind Medienerziehung und Informatikunterricht nicht mehr zu trennen. Die Lehrpersonen haben ihre Monopolstellung oder Vorherrschaft im Präsentieren medialer Inhalte längst abgegeben.
Um wenigstens auf der Strategieebene wieder das Ruder in die Hand zu bekommen, ist konzeptionelle Arbeit in den Bildungsistitutionen gefragt. Die folgende Mind Map ist eine Art Inhaltsverzeichnis für solche Konzeptarbeit. Sorry für die Web 1.0-Technologie. Ich habe noch keine mir zusagende “social mind map”-Applikation gefunden. Kommentare, Kritik, Ergänzungen sind aber sehr willkommen.

Beat Döbeli brachte die Schlagworte Web 1.0 und folgende in einem Vortrag am 15.11.2008 (an der 11. Jahrestagung «Unterrichten mit neuen Medien») auf den Punkt:
Web 1.0 = READ
Web 2.0 = WRITE
Web 3.0 = EXECUTE