Geduld beim Zuhören

Beim Wissensaufbau durch Wissenaustausch ist meiner Meinung nach das Gespräch zwischen Menschen die effektivste Form, weil so viel weniger auf die Informationsebene abstrahiert und dann wieder interpretiert werden muss. Auch das, was bei einer Text-Information zwischen den Zeilen steht, kann so explizit ‚rübergebracht werden.

Wissensarbeiter/innen müssen gute Zuhörer/innen sein. Setzen wir die genial-banale 3-Sekunden-Regel ein, die ich von einem Blog-Artikel von Sigrid Hauer wiedergebe (Zitat, leicht gekürzt):

  • Stell eine Frage und lass dann Deinem/Deiner Gesprächspartner/in mindestens 3 Sekunden Zeit zu antworten.
  • Höre Dir die Antwort komplett an. Wenn Dein/e Gesprächspartner/in mit dem Sprechen aufhört, gib ihm/ihr und Dir 3 Sekunden Nach-Denk-Zeit.
    Meist ist Dein/e Gesprächspartner/in noch nicht fertig und sagt erst jetzt das Relevante. Gib immer wieder Nach-Denk-Zeit, bis Dein/e Gesprächspartner/in auch nach 3 Sekunden nichts mehr sagt.
  • Dann sprich weiter oder stell Deine nächste Frage.

Die Wirkung von 3 bis 5 Sekunden Nach-Denk-Zeit auf Deine/n Gesprächspartner/in und Dich selbst ist verblüffend:

  • Antworten werden entscheidend länger und umfangreicher. Dein/e Gesprächspartner/in hat plötzlich die Ruhe, auch komplexe Zusammenhänge zu erläutern.
  • Der/die Gesprächspartner/in verändert seine Haltung im Gespräch. Von „Informationen weitergeben“ geht das Gespräch über zu „Argumente logisch aufbauen und erläutern“.
  • Manche Ideen kommen beim Erzählen: die Kreativität in Bezug auf das Thema wird geweckt.
  • Die Gesprächsatmosphäre verändert sich. Das langsamere Tempo vermittelt Sicherheit, so dass auch kritische Themen angesprochen werden können.

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