Öffnung der Unternehmenskommunikation

Einige Splitter aus einem Referat von Jürg Stuker, CEO der Firma Namics, gehalten am 25. Juni 2009 in Bad Homburg am „Intranet SUMMIT 2009“. Das Referat trägt den Titel „Mehr-Werte durch die Öffnung der Kommunikation„. Ich habe auch gleich etwas weiter assoziiert, denn schliesslich kann man das Original herunterladen.

Die Kommunikation kann durch einen Blog verändert werden:

  • Transparenz, Öffentlichkeit
  • Tiefe Beitragsschwelle
  • Geschwindigkeit grösser im Vergleich zu E-Mail-Kommunikation
  • Geschwindigkeit zugunsten der Denkpause kleiner im Vergleich zu Meetings
  • Dialog und Gruppendiskussion immer möglich
  • Andere Medien können eingebunden werden (heute z.B. Video sehr im kommen)

Tendenziell steigen bzw. verändern sich die Bedürfnisse der Mitarbeitenden in der Arbeitswelt (meines Erachtens aber lange nicht so schnell und radikal, wie das die Employee-2.0-Propheten weis machen wollen). Neben den klassischen, durch die hierarchischen Firmenmodellen und auf materieller Entschädigungskultur aufgebauten MA-Bedürfnisse spielen Bedürfnisse wie Vertrauen, Image, Berufsstolz und Selbstentfaltung, also alles individuelle, egozentrierte Bedürfnsse, eine wachsende Rolle. Man könnte es auch so sagen: Menschen wollen auch in einer Firma als Menschen wahrgenommen werden, nicht nur als kostenintensiver, wie eine Maschine funktionierender Produktionsfaktor. Immer weniger Mitarbeitende verstehen, warum in einer Firma ganz andere Regeln gelten als „im richtigen Leben“.  Die Wahrnehmung der „Regeln im richtigen Leben“ leidet m.E. allerdings noch unter viel stärkeren Verzerrungen und Projektionen als in einem Unternehmen.

Funktioniert diese Schiene in einem Unternehmen, so steigen nach verschiedenen Untersuchungen Engagement und Commitment der MA, sinken Fluktuation und Absenzen. Die Beziehung zwischen Management und Mitarbeitenden und zwischen Mitarbeitenden unter sich ähneln komplexen Kundenbeziehungen. Ein gutes internes CRM wird also zu einem Wettbewerbsvorteil auch gegen Aussen.


Beispiel 1: Entwicklung einer neuen Vorgabe (eines neuen Standards).

Bisher (wenn nicht gleich eine Sitzung oder gar ein Workshop einberufen werden wollte):

  • Versand eines ersten Entwurfs per E-Mail. Sichten und Verarbeiten der möglicherweise widersprüchlichen Kommentare und Verbesserungsvorschläge. Versand zweiter Entwurf zur Vernehmlassung. ……

Neu:

  • Veröffentlichung des Vorschlags auf einem Blog. Kommentare sind automatisch auch veröffentlicht und für alle Beteiligten transparent. Kommentierende können auf den ursprünglichen Vorschlag reagieren oder eine neue Idee einer/s Kollegin/en weiterentwickeln. Das Erfahrungswissen der Einzelnen ist für alle lesbar. Alle sind jederzeit auf dem neusten Stand und der Standard etabliert sich fast von selbst.

Beispiel 2: Brainstorming für einen neuen Produktenamen

Bisher:

  • Alle treffen sich zur Kreativitätssitzung. Dann anstrengende Bereinigung der Liste am Flip-Chart. ……

Neu:

  • Jede/r kann eine Idee liefern oder eine Idee weiterentwickeln, dann, wenn sie/er eine Idee hat. Die Geschichte der Ideen wird sichtbar. Der Konsens über die „beste“ Idee bildet sich allmählich heraus.

Beispiel 3: Backchannel nach Vorträgen und Informationsveranstaltungen

Bisher:

  • Referentinnen und Referenten bekommen selten Fragen und noch seltener ein Feedback zu ihren Ausführungen. Nach der Veranstaltung ist alles vergessen und vorbei. Bestenfalls kann man ein PPT- oder PDF-File herunterladen.

Neu:

  • Auf einem Blog fragt der die Referentin explizit nach, welche Punkte noch unklar waren oder mehr Informationen erfodern, wie der Vortrag angekommen ist usw. Die Zuhörenden können kommentieren oder Anschlussfragen stellen. Niemand muss sich zurückhalten, um die Lust der anderen auf den Apéro nicht zu frustrieren. Kommentare und Anschlussfragen befruchten auch die Denkprozesse anderer.

.Beitrag wird noch fortgesetzt.

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