Wissenstransfer in der Berufsbildung

Die Berufsbildung (berufliche Grundausbildung) in der Schweiz beruht auf dem Prinzip der 3 Lernorte:

  • Der Lehrbetrieb, mit welchem die Berufslernenden auch ein Vertragsverhältnis eingehen (Lehrvertrag).
  • Die Ausbildungszentren für überbetriebliche Kurse (üK-Zentren).
  • Die Berufsfachschule.

Obwohl der Gesetzgeber vorschreibt, dass die 3 Lernorte eng zusammenarbeiten müssen, wird der Wissenstransfer zwischen den Lernorten weitgehend den Berufslernenden überlassen.

Untersuchungen (z.B. von der Arbeitsgruppe um Prof. Margrit Stamm, Uni Fribourg) belegen, dass besonders erfolgreiche Berufslernende gerade diesen Wissenstransfer effektiv leisten können. Umgekehrt sind schwache Lernende auch in dieser Hinsicht im Nachteil, weil sie diesen Wissenstransfer nicht schaffen. Und der Wissenstransfer von der praktischen Arbeit in die Theorie könnte schwache Lernende, die sich oft mit der Theorie schwer tun, sehr unterstützen.

Der Wissenstransfer ist also eine ganz zentrale Möglichkeit, die Ressourcen von Berufslernenden auszuschöpfen und sie zu Erfolgen in ihrer Ausbildung zu begleiten.

Abschied vom E-Learning?

Referenz: Fogolin, A., Hahne, K. & Zinke, G. (2005)
Artikel mit obigen Titel auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung (URN: 0035-0138-0)

Vor 3½ Jahren provozierten Angela Fogolin und ihre Kollegen die deutsche E-Learning-Gemeinde mit einem Artikel, der mit dem Ausdruck „E-Learning-Hysterie“ auf der 1. Zeile begann. Ihr Artikel wollte aber eigentlich das Potenzial von E-Learning in der Berufsbildung herausstreichen. Einige wichtige Gedanken aus diesem Pamphlet:

  • Der Bedarf besteht nach Arbeitsplatz- und Arbeitsprozess-nahen Angeboten, nicht nach neuen Informatikräumen in der Schule.
  • Lern-Infrastrukturen müssen Web-gestützt sein, damit die Vernetzung des formalen Lernens mit dem Angebot im Internet möglich wird.
  • Als Informationsquelle für technische Berufe werden die Tutorials und Anwenderberichte der Hersteller von Geräten und Zwischenprodukten hervorgehoben.
  • Daneben bleiben die strukturierten Lernplattformen für das formale Lernen natürlich wichtig.
  • Als drittes Element werden die Online-Communities erwähnt.
  • Ein Handlungsbedarf besteht insbesondere auf das Lernen (Wissensmanagement) in KMU.

Bemerkung: Heute würden die Autoren vermutlich die Online-Communities als Lernumgebung stärker hervorheben. Insbesondere lebt der Aufbau von Erfahrungswissen in Unternehmen von diesen Communities mehr als von formalem Lernen.

Ist das Moderieren von Online-Communities ein neues Geschäftsfeld für Weiterbildungs-Anbieter?


Qualität in der Berufsbildung

Notizen von einem Vortrag von W. Bircher, Rektor der Pädagogischen Hochschule Zürich, anlässlich einer SAETO-Veranstaltung am 16.09.08 ( » SAETO an der PHZH):

Durch ein normales QMS gut entwickelbar sind Organisation, Infrastruktur, Dienstleistungen.

Weniger gut kontrollierbar sind Wissensfaktoren wie Kompetenzen des Lehrpersonals und Lern-Kompetenzen der Lernenden. Auf diese Faktoren bauen aber die Studienprogramme implizit auf.

Vollends einem normalen QMS entzieht sich die Kultur.   Weiterlesen