Wissen bewahren

Referenz: Schütt, Peter (2009), „Erfahrung sichern: Vom Dokumenten- zum Wissensmanagement„, in Wissensmanagement 2009/03, S. 39-41.

Wo steckt das wichtige Wissen? In den Köpfen der Mitarbeitenden!

Wie kann dieses stille Wissen bewahrt werden?

Weiterlesen

schulplattform.ch

WSP — Unter diesem Namen bietet sich eine Web-basierte, von IBM gesponserte Lernplattform an, die wie der Name sagt, sich nicht nur als Lern- sondern auch als umfassende Schulplattform versteht. Mehr Info >>hier

Auf den ersten Blick positiv aufgefallen:

  • Das Lernmanagementsystem geht von Kompetenzrastern aus. Um diese Kompetenzraster herum wird die ganze Lernumgebung einschliesslich der Leistungsstandkontrolle aufgebaut. Ein interessanter Ansatz, der meiner Auffassung von Bildung und Ausbildung wesentlich näher kommt als der sonst übliche Klassen-orientierte Aufbau.
  • Wichtige administrative Belange wie Absenzenkontrolle und Agenda sind in den Desktop der Lehrpersonen eingebaut.
  • Ein umfassendes Monitoring der Lernforschritte und des Leistungsstandes der Lernenden verbindet alle beteiligten Lehrpersonen.
  • Lern-Module werden mit einem DMS bewirtschaftet, das sogar eine explizite Freigabe verlangt.

Auf den ersten Blick negativ aufgefallen:

  • Schule wird als abgeschottetes, durchorganisiertes System verstanden, das bezüglich Interaktivität sehr konservativ funktioniert.
  • „Social Web“-Module sind nicht erkennbar. Insbesondere haben die Lernenden nur eine passive Rolle. Kommunikation nur über Einweg-Medien.
  • Der Personalisierung der Arbeitsumgebung scheinen enge Grenzen gesetzt.
  • Ein Bekenntnis zur offenen Entwicklung der Plattform ist nicht erkennbar (auch nicht semi-open source).

Informationsvormittag am 18. Juni 2009 im IBM-Zentrum Zürich-Altstetten.

Von dieser Veranstaltung erhoffe ich mir insbesondere mehr Information zu den Möglichkeiten der Einbindung bestehender Applikationen, Freiheit in der Verwendung von Dateiformaten und zeitgemässen Mashup-Möglichkeiten.


Open Source für Wissensmanagement

Vorbemerkung: „Wissensmanagement“ ist hier in meinem Beitrag sehr allgemein gefasst und umfasst undifferenziert ECM (enterprise content management), DMS (document management), LMS (learn management) usw.

Mir fällt auf, dass open source-Systeme immer leistungsfähiger und aktueller werden. Sie werden so leistungsfähig, dass sie nach einem kommerziellen Anbieter rufen, der den Usern bei der Einrichtung hilft. Aus der open source-Software wird also eine „semi open source“-Software.

Jörg Dennis Krüger schrieb dazu in seinem Blog-Artikel:

„Open Source ist zudem nur sinnvoll, wenn es gute Community gibt. …. Wenn jedoch keine/kaum Community verfügbar ist, ist Open Source Software – größtenteils – nicht mehr als ein “Lockangebot” zur Nutzung der Beratungs- und Programmierleistungen des Softwareherstellers/Programmierers.“

Wo ein Anbieter allerdings eng mit den Hauptverantwortlichen für die Code-Entwicklung zusammenarbeitet und sich verantwortlich fühlt, Updates zur Verfügung zu stellen, die von der Community erstellte und akzeptierte Erweiterung enthalten, macht das Angebot auch Sinn. Denn wo sind in einer Unternehmung schon die Ressourcen, ständig an einer open source-Software herumzubasteln oder den Überblick über die von der Community bereitgestellten Erweiterungen zu behalten? Als Privater kann man das tun, sein Joomla! oder Moodle liebevoll selber anpassen und permanent umbauen, mache ich übrigens auch. Aber wenn Produktivität gefragt ist, sind meine Kernkompetenzen gefragt, die nicht im IT-Entwickler-Bereich liegen.

Und die „closed source“-Applikationen? Da muss ein Unternehmen schon gewaltigen Mehrwert damit generieren können, bis es sich wirklich lohnt, seine Seele einem grossen kommerziellen Anbieter zu verkaufen. Und die Gefahr, dass sich die Organisation der Software anpassen muss und nicht umgekehrt, ist auch grösser.