E-Learning an der Uni Wien

Aus Anlass der Migration (Transformation ?) des LMS der Universität Wien ist beim Waxmann-Verlag eine Publikation erschienen, die verschiedenste Aspekte des E-Learning (nicht nur an Universitäten) wie auch konkrete Fragestellungen der Uni Wien diskutiert:

Dittler, U., Krameritsch, J., Nistor, N., Schwarz, C. und Thillosen, A. (Editors)

E-Learning: Eine Zwischenbilanz

= Medien in der Wissenschaft Band 50.
Waxmann 2009

E-Learning und Blended Learning

Die grosse Educanet-Umfrage ist zwar noch nicht ausgewertet und interpretiert, aber immerhin liegen die Zahlentabellen vor: »» Link

Petko, D. & Frey, A. (2008). E-Learning und Blended Learning in Schule und Berufsbildung. Deskriptive Resultate der Lehrerinnen- und Lehrerbefragung der Lernplattform educanet² in der Schweiz.
Goldau: Institut für Medien und Schule, PH Zentralschweiz-Schwyz.
Online unter: www.ims.phz.ch [07.11.2008]


E-Learning an der GIBB

GIBB = Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern

Die GIBB definiert E-Learning als „alle Lehr- und Lernaktivitäten, bei welchen das Hilfsmittel Computer eingesetzt wird“ (Niklaus Gerber, z.Zt. Vorsteher Abt. Mechanisch-Technische Berufe).

Das Spektrum reicht also von der einfachen Erstellung eines Textdokuments mit einem Textverarbeitungsprogramm bis zur Zusammenarbeit in einer virtuellen Lernumgebung. Gerber spricht auch davon, dass von den angehenden Berufsleuten Medienkompetenz erwartet wird.

Gerber vergleicht die Einführung von E-Learning und Wissensmanagement mit der Einführung eines Qualitätsmanagement. Erste Bedingung ist die vorbehaltlose Einbindung der Führung. Ohne dieses Committement lässt man es besser gleich bleiben. Dann müssen Mensch, Technik und Organisation parallel und als Einheit entwickelt werden. Als drittes darf keine Teilung der Lehrkörpers („Digital Divide“) entstehen.

Realisation an der GIBB:

  • Technik: > ICT-Organigramm
  • Lernplattform: educanet 2
  • Organisation: Für E-Learning und Wissensmanagement wurde ein Ressort gebildet, das die Aktivitäten in den Abteilungen unterstützt. Jede Abteilung hat zudem einen E-Learning-Verantwortlichen. > Ressort-Organisation 
  • Lehrende: 3-stufiges Ausbildungskonzept, wobei die erste Stufe „Learn do use ICT“ für alle obligatorisch ist, auch für nebenamtliche, und z.B. die folgenden Kursmodule umfasst: Educanet-Basics, eine Klasse coachen, alle Module von Educanet nutzen, verschiedenste Medien nutzen (Audio, Visuelle) usw. > Kurse für E-Education und Medien

Abschied vom E-Learning?

Referenz: Fogolin, A., Hahne, K. & Zinke, G. (2005)
Artikel mit obigen Titel auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung (URN: 0035-0138-0)

Vor 3½ Jahren provozierten Angela Fogolin und ihre Kollegen die deutsche E-Learning-Gemeinde mit einem Artikel, der mit dem Ausdruck „E-Learning-Hysterie“ auf der 1. Zeile begann. Ihr Artikel wollte aber eigentlich das Potenzial von E-Learning in der Berufsbildung herausstreichen. Einige wichtige Gedanken aus diesem Pamphlet:

  • Der Bedarf besteht nach Arbeitsplatz- und Arbeitsprozess-nahen Angeboten, nicht nach neuen Informatikräumen in der Schule.
  • Lern-Infrastrukturen müssen Web-gestützt sein, damit die Vernetzung des formalen Lernens mit dem Angebot im Internet möglich wird.
  • Als Informationsquelle für technische Berufe werden die Tutorials und Anwenderberichte der Hersteller von Geräten und Zwischenprodukten hervorgehoben.
  • Daneben bleiben die strukturierten Lernplattformen für das formale Lernen natürlich wichtig.
  • Als drittes Element werden die Online-Communities erwähnt.
  • Ein Handlungsbedarf besteht insbesondere auf das Lernen (Wissensmanagement) in KMU.

Bemerkung: Heute würden die Autoren vermutlich die Online-Communities als Lernumgebung stärker hervorheben. Insbesondere lebt der Aufbau von Erfahrungswissen in Unternehmen von diesen Communities mehr als von formalem Lernen.

Ist das Moderieren von Online-Communities ein neues Geschäftsfeld für Weiterbildungs-Anbieter?


Nur in den Köpfen steckt dynamisches Wissen

Referenz: Strobel, T. (2008), Wissensmanagement 08/5, S.42-43.

Der Autor plädiert dafür, Ressourcen und Führungsengagement in die Wissensarbeiter und die Zusammenarbeitskultur zu stecken, nicht vorrangig im IT.

E-Learning als Lernkultur erfordert nicht teure, sondern hemmnisarme und hierachiefreie IT.

In Zukunft wird Wissen immer mehr zur Ware (und nicht nur Ressource), nicht nur, aber besonders natürlich in Bildungsinstitutionen. Innovation wird zu einem gemeinsamen Projekt von Kunde und Anbieter.

Die Demografische Entwicklung und der Qualifikations-Mix der Schulabgänger bewirken einen Engpass bei den Wissensarbeitern. Deshalb müssen Unternehmen besonders attraktive Umgebungen für Wissensaufbau, -tausch und -nutzung bieten. Infolge der raschen Innovationszyklen ist das Hauptproblem nicht die Wissensbewahrung, sondern die effektive Wissensbeschaffung, wenn neues Wissen gebraucht wird (information on demand).

Integrationsgrad von E-Learning (blended learning)

Grundsätzlich kann E-Learning in unterschiedlichem Masse in eine Lehrveranstaltung eingebaut werden:

  • Anreicherung
    E-Learning veranstaltungsbegleitend, nicht absolut kritisch für Lernerfolg.
  • Integration
    Kombination von Präsenz- und virtuellem Unterricht, ± gleichrangig.
  • Virtualisierung
    Virtueller Unterricht als Normalfall; Präsenzunterricht nur tutoriell genutzt.

KnowledgePlus (IVARIS)

Kombinierte Software für Wissensmanagement einschliesslich E-Learning und Qualitätsentwicklung.
Gesehen an der Worlddidac Basel 2008.

Schweizerische Entwicklung. Relativ neu auf dem Markt. Wirkt sehr professionell. Funktionalität umfassend und, wenn man die Logik begriffen hat, auch gut handhabbar (in der Demo).
Software as a service. Eher teuer, weil auch Lernende als User gerechnet werden.

» Homepage

Arbeitsplatz-integriertes Lernen

Referenz: Ein Interview von Gisela Granitzer und Tassilo Pellegrini mit Wolfgang Raback, IMC Österreich GmbH.

„Arbeitsplatzintegriertes Lernen bedeutet, den notwendigen Wissenserwerb eines Mitarbeiters mit den konkreten Arbeitsprozessen zu verzahnen. In vielen Situationen macht es heute keinen Sinn mehr, „auf Vorrat“ zu lernen.  …..  Arbeitsplatzintegriertes Lernen trägt damit entscheidend dazu bei, die Nachhaltigkeit und die Effizienz von Schulungsmassnahmen zu steigern und damit Transfersicherung und Return on Investment von Bildungsmassnahmen zu gewährleisten.“

Das Konzept des arbeitsplatzintegrierten Lernens steht in einem gewissen Gegensatz zum Lernen, wie es Professionalisierung erfordert. Professionalisierung bedeutet unter anderem, dass Mitarbeitende über ein Repertoire „Auf Vorrat“ verfügen und in der konkreten Arbeitssituation dann entscheiden, welche Methoden und welches Wissen sie einsetzen. Die Gefahr besteht natürlich daran, dass ein unbrauchbares Repertoire angeeignet wird und allenfalls verfallenes Wissen noch herumgeistert. Weiterlesen

fronter

An der Worlddidac Basel 2008 stiess ich auf die norwegische Software „fronter„. Beeindruckend ist die internationale Referenzenliste, die von Grundschulen (z.B. London) über Berufsschulen (z.B. München) bis Universitäten (z.B. Wien) reicht. Nicht zu Reden von Skandinavien, wo eLearning sowieso schon viel besser etabliert ist als in der Schweiz oder Deutschland.

Der Funktionsumfang lässt im Bezug auf „Lernplattform“ auf den ersten Blick wenig Wünsche übrig; eine eingehende Prüfung war am Stand natürlich nicht drin (es war auch grässlich heiss in der Halle). Aber Educanet kann man vergessen.

Was auch interessant ist: Viele Tools scheinen mir auch als „social software“ unternehmensintern und sogar in der Beziehung zu Kunden anwendbar.

Sympathisch: Software as a service. 100% Web-basiert, also kein Unterhalt ausser normalen Admin-Aufgaben. Vollfunktion-Account zum Testen erhältlich. Deutschsprachige User-Community im Aufbau.

Wenn also ein Pflichtenheft für Software vorliegen wird, wäre für eine Bildungsunternehmung ein Blick auf „fronter“ angesagt.

Veranstaltungen WM im November 2008

Der Herbst wird E-Learning-Jagdsaison in der Schweiz !

Kaum ist die Worlddidac 2008 in Basel vorbei, wo sicher E-Leanring und ICT eine prominente Rolle spielen werden, kommt

am 6. und 7. November 2008 im Kaufmännischen Bildungszentrum KBZ in Zug die

Moodlekonferenz 2008

Moodle-User und Didaktiker/innen, Organisationen und Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum treffen sich und diskutieren Kompetenzkultur und deren Umsetzung für das Lernen mit Moodle.

Informationen und Hinweise auch auf dem Blog von E-Learning CH.

Programm » hier.

und bald darauf

am 15. November 2008 an der PH Zürich die 11. Jahrestagung der Reihe

Unterrichten mit neuen Medien
Web 2.0, Web 3.0 – Wo steht die Schule ?

Programm » hier.

Auch zum Thema Wissensarbeiter in Unternehmen steht eine Veranstaltung an

am 6. November 2008 im IBM Forum Schweiz, Zürich

Human Resources Management 2.0:
Wissensarbeiter gewinnen, binden und vernetzen

veranstaltet vom Learning Center an der Universität St. Gallen (IWI-HSG).

Programm » hier.
Kommentar » hier.

Social Software nutzen.

Klaus Tochtermann und Gisela Granitzer (Technische Uni und Know-Center Graz) fassen in ihrem Artikel „Wie Unternehmen Social Software am besten nutzen“ einige Möglichkeiten zusammen, wie mit Web 2.0-Tools Informationsmanagement und Wissensaus- tausch/aufbau unterstützt werden können.

Die präsentierten Gedanken im Grosskonzern-Rahmen lassen sich m.E auch in KMU in angepasster Form anwenden. Anstelle teurer integrierter Software-Monster, für welche die Autoren denn auch gar keine Reklame machen, könnten Open source -Tools eingesetzt werden. Beim Lesen des Artikels muss wie üblich gelegentlich das Wort „Wissen“ durch „Information“ ersetzt werden, damit es Sinn macht.
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Lernen

Bei der Lektüre des Artikels von Miller (2002), I=0, liegt es nahe die Begriffe Information, Wissen und Lernen miteinander zu verknüpfen:

Wenn ich den Faden richtig weitergesponnen habe,

ist Lernen in diesem Zusammenhang der persönliche Prozess, Wissen aus Information zu erschaffen.

Sonst könnte man Lernen durch Kopieren von Information von einem Individuum zu nächsten ersetzen, was wir zweifelsohne heimlich oft auch wünschen.

Dieses „Kopierlernen“ findet beim Antrainieren statt, in der Regel ohne grosse Nachhaltigkeit. Auch erfolgreiches CBT oder E-Learning erfordert den Prozess der Umwandlung der vom Computer zur Verfügung gestellten Information zu Wissen.

E-Learning-Entwickler/innen kennen das Problem, dass diese Umwandlungsprozesse sehr individuell sind. Insofern deckt gute E-Learning-Entwicklung die Anforderung ab, den Prozess der Umwandlung von Information zu Wissen zu unterstützen.