The nonsense of ‚knowledge management‘ 1

T.D. Wilson, Information Research, Vol. 8 No. 1, October 2002

Wilson führte eine umfassende Recherche auf Internet-Seiten von „Knowledge Management-Fachleuten“ und in einschlägigen Fachzeitschriften durch. Er fand dabei seine These bestätigt, dass „knowledge management“ ein Modewort ist, mit welchem Informationen-Management und die damit verbundene Technologie vermarktet werden soll. Wilson fokussiert die hierarchische Aufgliederung Daten-Information-Wissen auf die Unterscheidung von Information und Wissen. Das folgende ist nun bereits sehr interpretiert von mir (U.Volkart).  

Information sind, sehr vereinfacht gesagt, Daten, die ausserhalb des menschlichen Bewusstseins existieren, gesammelt, verteilt und aufgenommen, also“gemänätscht“ werden können. Wissen ist personengebunden und entsteht beim Verstehen und Lernen, soweit es sich nicht um blosses Antrainieren handelt. Als Biologe würde ich dasVergleichen mit der Assimilation anorganischer Stoffe zu organischen Stoffen durch Lebewesen (v.a. Pflanzen und Bakterien). Als Wesen mit einer individuellen Biografie werden die Menschen aus derselben Information immer unterschiedliches Wissen generieren. Da dieses Wissen nur im individuellen Kontext existiert gibt es da nichts zu managen. Sogar das persönliche Wissensmanagement ist ein nur beschränkt kontrollierbarer Prozess, der viele unbewusste Komponenten aufweist. Ein beträchtlicher Teil dieses Wissens ist zudem nicht einfach bewusst abrufbar, was nicht heisst, dass es nicht plötzlich auftauchen kann, vielleicht unpassend oder im falschen Moment.

Aus der Analyse der Artikel in den wissenschaftlichen Zeitschriften und On Line-Journals lässt sich keine gemeinsame Definition für „knowledge management“ herausdestillieren, ausser dass mit diesen Definitionen eher Aspekte des Informationen-Managements und des Prozess-Managements als des Wissens-Managements beschrieben werden.

Wilson zitiert dazu Lewis Carroll, der Humpty Dumpty in „Through the looking glass“ zu Alice sagen lässt: „Wenn ich ein Wort verwende, bedeutet es genau und nur das, was ich als seine Bedeutung gewählt habe, nichts mehr und nichts weniger.“

Fortsetzung folgt

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