Wissen unter Verschluss

Wissen wird oft unter Verschluss gehalten — Clevere Köpfe machen noch längst keinen intelligenten Betrieb.

Kolumne von Hartmut Volk
im stellefant, Ausgabe vom 7. März 2008.

„Wissen hat in vielen Unternehmen einen denkwürdigen Wandlungsprozess durchgemacht. Es ist vom Arbeitsinstrument zum Selbstschutzinstrument geworden.“

Erläuterungen zur These von Hartmut Volk:

  • Die Organisationskultur fördert Eigennutz und nicht mann- schaftsdienliches Verhalten.
  • Wer sein Wissen vorbehaltlos weitergibt, gibt seine Trümpfe aus der Hand, sich zu profilieren.

Folge für das mit hervorragendem theoretischem wie praktischen Wissen ausgestatte Unternehmen: unkreativ, reaktionsträge, Veränderungs- und Anpassungs-unwillig.

Gründe:

  • Vertrauen ist die Vorbedingung für Wissensaustausch im Unternehmen.
  • Führungskräfte leben vertrauensbildende Qualitäten nicht vor (Aufrichtigkeit, Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit).
  • Mitarbeitende werden nicht am Erfolg ihres Wissensbeitrags beteiligt; das Management sahnt ab.
  • Formalisierung der Arbeit, deren Sinn (in der Wahrnehmung der MA) nur in der Erhöhung des Vorgesetzten liegt, schmälert unkonventionelles Handeln und damit Kreativität und Innovation.

Die Voraussetzung für erfolgreiches Wissensmanagement ist also die Unternehmenskultur, welche

  • nicht Eigennutz und Profilierung sondern Wissen Teilen belohnen soll, und
  • genügend Unordnung als Kreativitätsraum für Denken und Handeln zulässt.

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