Arbeitsplatz-integriertes Lernen

Referenz: Ein Interview von Gisela Granitzer und Tassilo Pellegrini mit Wolfgang Raback, IMC Österreich GmbH.

„Arbeitsplatzintegriertes Lernen bedeutet, den notwendigen Wissenserwerb eines Mitarbeiters mit den konkreten Arbeitsprozessen zu verzahnen. In vielen Situationen macht es heute keinen Sinn mehr, „auf Vorrat“ zu lernen.  …..  Arbeitsplatzintegriertes Lernen trägt damit entscheidend dazu bei, die Nachhaltigkeit und die Effizienz von Schulungsmassnahmen zu steigern und damit Transfersicherung und Return on Investment von Bildungsmassnahmen zu gewährleisten.“

Das Konzept des arbeitsplatzintegrierten Lernens steht in einem gewissen Gegensatz zum Lernen, wie es Professionalisierung erfordert. Professionalisierung bedeutet unter anderem, dass Mitarbeitende über ein Repertoire „Auf Vorrat“ verfügen und in der konkreten Arbeitssituation dann entscheiden, welche Methoden und welches Wissen sie einsetzen. Die Gefahr besteht natürlich daran, dass ein unbrauchbares Repertoire angeeignet wird und allenfalls verfallenes Wissen noch herumgeistert.

„Arbeitsplatzintegriertes Lernen ist eine konsequente Weiterentwicklung und Ergänzung zu eLearning und eLearning ist ein wichtiger Teil des arbeitsplatzintegrierten Lernens. Ein gewisses Basiswissen muss immer vorab über die Aus- und Weiterbildung in Form von Präsenz-Trainings oder eLearning-Kursen angeeignet werden. eLearning Einheiten können beim arbeitsplatzintegrierten Lernen kontextsensitiv aufgerufen werden. Arbeitsplatzintegriertes Lernen erfordert aber wie eLearning eine gewisse Änderung in der Lernkultur von Unternehmen und Mitarbeitern. Die Eigenverantwortung des einzelnen steigt, das Nutzen kollaborativer Werkzeuge wird immer wichtiger. „

Es braucht also Erfahrung mit eLearning, damit dies nicht ein Hindernis darstellt. Kulturelle Voraussetzungen sind eine hohe Eigenverantwortung der MA und ein hoher Stellenwert des Wissensaustausch unter den MA.

„Ein wesentlicher Punkt beim Arbeitsplatzintegrierten Lernen ist die Bereitstellung von kontextsensitiven Informationen und die Möglichkeit zur Zusammenarbeit, zum Beispiel durch Ticket- und Community-Systeme. Diese eröffnen die Möglichkeit, mit anderen Anwendern rasch und unkompliziert in Kontakt zu treten und damit Zugang zu implizit vorhandenem Wissen der Kollegen zu erhalten und davon in der eigenen Arbeit zu profitieren.“

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