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Kategorie-Archiv: Vorbei
Ein Märchenabend in der Sternwarte Schafmatt
Märchen und Sagen von Mond und Sonne, Planeten und Sternen, erzählt in einer Sternwarte. Ein grosses Spiegelteleskop dominiert den Zuschauerraum. Draussen pfeift der Wind und prasselt der Regen. Keine Chance, dass Dach der Sternwarte zu öffnen, um den Mond , den Planten Jupiter und die Sternbilder „live“ zu sehen.
Urs erzählt in der Sternwarte. Das tolle Spegelteleskop steht halbverhüllt im Zentrum.
Das Dach bleibt geschlossen. Draussen “chuttet’s”.
Was eher nach einer na ja-Veranstaltung tönt, war in Wirklichkeit ein stimmungsvoller Abend in der Sternwarte Schafmatt, auf dem Jura-Passübergang zwischen Oltingen und Rohr. Ich erzählte eine bunte Folge von Märchen von Mond, Sonne und Sternen im ersten Teil. Im zweiten Teil gab es Geschichten zu einigen Sternbildern und dazu die antike Sage von Jupiter und Kallisto.

Heiner Sidler von der AVA erzählt, was die Astronomen über den Mond wissen.
Heiner Sidler von der astronomischen Vereinigung Aarau (AVA), der die Sternwarte gehört, berichtete aus der Sicht der Astronomen und erläuterte dem interessierten Publikum aktuelle Hypothesen und Theorien zum Mond, zu Meteoriten und zum Planetensystem. Obwohl das Publikum eher von der „Märchenseite“ her gekommen war, folgte es fasziniert seinen Ausführungen.
Märchenstubete 24. April 2009
Mehr dazu auf meiner Homepage >>>
Frauennetz Basel (10.12.08)

Im gediegenen Merian-Saal des Hotels Merian Basel an der mittleren Brücke über den Rhein Märchen erzählen, eine märchenhafte Vorstellung!
Märchen-Lunch am women’s luncheon des Frauennetzes Basel, einer lockeren Vereinigung aktiver, vor allem in der und um die Basler Chemie (Novartis, Syngenta, aprentas usw.) berufstätiger Frauen jeglichen Alters. Das Frauennetz war in den 90er-Jahren entstanden, wohl als Gegengewicht zu den traditionellen Männerseilschaften aus Militär, Studentenvereinigungen, Fasnachtscliquen u. dgl. Die Basler Chemie hatte erkannt, dass diese Männerseilschaften nicht immer fähige Männer nachzogen, sondern gleichzeitig die Frauen in den Firmen ausgrenzten. Das Frauennetz ist in diesem Umfeld gegründet worden.
Und weil eine Kollegin von mir dort aktiv ist, kam der Märchenerzähler Urs zu einem einstündigen Soloauftritt im gediegenen und stimmungsvollen Merian-Saal des Hotels Merian an der mittleren Rheinbrücke in Basel. Ich spürte rasch eine gute Resonanz mit vielen begeisterten Gesichtern, bald mit geschlossenen Augen, bald mit lachenden Mündern. Bei der Vorbereitung hatte ich zwar noch zwischen einem Weihnachtsprogramm und einem Frauenprogramm geschwankt, mich aber dann für letzteres entschieden. Es war naheliegend, dass ich nach dem klassischen Opener „Die Wahrheit und das Märchen“ aus der chassidischen Märchentradition – ich wollte auch märchenungewohnte Zuhörende gleich am Anfang ins Boot einladen – eine Reihe von Märchen von Frauen erzählte, die sich erfolgreich durch’s Leben schlagen:
- Die Frau, die auszog ihren Mann zu erlösen (iberische Halbinsel, im Januar 08 an einem Seminar erzählt von einer meiner liebsten Märchenfrauen Sigrid Früh.
- Das Töpfchen (aus der Türkei oder von weiter im Orient, meisterhaft erzählt von Rudolf Geiger)
- Eine Hornochsengeschichte (aus der Toscana, Parallelmärchen zu Brüder Grimm KHM 94)
- Bewahre deine Geheimnisse (Westafrika, nach einer amerikanischen Vorlage von Angela Carter)
Das Töpfchen zeigt , dass frau auch nicht alles erzwingen muss, sofern sie aufmerksam und kompromisslos die richtigen Gelegenheiten packt und das Alte in der Erwartung von Neuem loslässt.
Auf das naheliegende „Aschenputtel“ habe ich an diesem Mittag verzichtet, aber dieses Märchen zum selber lesen warm empfohlen. Repräsentatiert doch gerade Aschenputtel den Prototyp der unternehmerisch denkenden und handelnden Frau, welche im Vertrauen auf ihre Stärke und Qualitäten durch alle Diskriminierungen durchgeht, um zielbewusst am Ende zu gewinnen.
Pffh ! 60’ erzählen am Stück ist ganz schön anstrengend — aber kaum sprürbar, wenn das Publikum so gut in Resonanz geht. Herzlichen Dank.
Nuglar SPITEX Liestal (5.12.08)
Adventsabend der Spitex Regio Liestal in Nuglar.
Das garstige Wetter verhinderte einen gemütlichen Märchenspaziergang von der Sichtern (Liestal) nach Nuglar hinunter. Stattdessen gab es einen kurzen Spaziergang durch das adventlich beleuchtete Dorf, wo die Kinder einem alten Brauch entsprechend bereits den Samichlaus aus dem Wald geholt hatten. Der Freude des Teams von sturmerprobten Mitarbeiterinnen, was Spitex-Leute ja sein müsse, an einigen Geschichten taten Regen und Wind keinen grossen Abbruch, kalte Füsse inbegriffen.
Ich durfte die folgenden sechs Märchen und Geschichten erzählen:
- Der Segen von oben
(Kurzgeschichte aus dem Orient: Nasruddin) - Die Frau, die auszog, ihren Mann zu erlösen
(Iberische Halbinsel) - Bewahre deine Geheimnisse (Westafrika)
- Wie der Zaunkönig das himmlische Feuer holte
(Normandie) - Eine Hornochsengeschichte (Toscana,
Parallelmärchen: Brüder Grimm, KHM 94, Die kluge Bauerstochter) - Warum es keine Einhörner mehr gibt
(schwankartige Legende, irgendwo gehört, Herkunft unbekannt)
Erzählnacht 2008 (7.11.08)
Gelterkinden, 7. November
Schweizerische Erzählnacht
Es erzählten Magdalena Gisin, Regula Itin, Susanne Limacher und Urs Volkart.
Schönes Erlebnis auch vom Publikumsaufmarsch her. Hokusais Woge hat uns fast überrollt. Die letzten Stühle mussten her.
Ein spannendes Programm mit kurzen und langen, besinnlichen, klassischen und lustigen Märchen und Sagen:
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Der Wasserbrief, eine nordische Sage lanciert das Thema.
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Marenka, ein Märchen vom Wasser des Lebens aus Osteuropa.
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Das Tränenseil, ein eher romantisches Märchen, angeblich aus Tibet.
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Die Kristallkugel, ein gewaltiger Grimm-Klassiker, wo das Wasser vor allem die Kräfte des Unbewussten symbolisert.
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Das besprochene Wasser, ein wirksamer Therapievorschlag für streitsüchtige Paare.
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Die Frau, die auszog ihren Mann zu erlösen, ein klassisches Thema mit einem überraschenden, erlösenden Schluss.
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Die Zaubermuschel, ein Liebes-Märchen aus dem fernen Osten.
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Fischlein und Büffelkuh, damit endet der Märchenabend definitiv, und erst noch mit einem lösenden Lachen.
Danke an alle Mitwirkenden und die hilfreichen Mitglieder des Bibliotheksteams. Solche Veranstaltungen geben Mut, hie und da etwas Grösseres zu wagen.
Märchenfest Münchenstein 2008 (18./19.10.08)
Samstag/Sonntag 18./19. Oktober 2008
Märchenfest an der Rudolf Steiner-Schule Münchenstein
Ein Fest vor allem für Freunde visuell gestalteter Märchen (Puppentheater usw.).
Eine schöne Stimmung an diesem sonnigen Herbstwochenende im Areal der Schule Münchenstein. Neben den zahlreichen künstlerischen Darbietungen mit den verschiedenesten Puppen und anderen theatralischen Elementen gab es natürlich auch Stände mit Märchenwolle, Bastelartikeln und alten und neuen Büchern zum Thema. Auch für Hunger und Durst war ausreichend gesorgt. Auf dem Spielplatz des Kindergartens stand das Jurtenzelt, in welchem im Stundentakt Märchen erzählt wurden. Mir oblag der Samstagnachmittag.
Als Märchenerzähler, der primär über den Hörsinn anspricht und die visuelle Erfahrung den inneren Bildern der Zuhörenden überlässt, war ich an diesem Fest eher ein Nischenprodukt als eine Hauptattraktion (was mir auch nicht liegen würde). Ensprechend hielt sich der Zuhörerandrang in Grenzen, durchaus verständlich in unser durch visuelle Reize dominierten Welt. Ehrlich, wenn ich als Vater mit einem Kind zwischen einem Puppentheater und einer Erzählrunde entscheiden müsste, würde ich vielleicht auch eher das Puppentheater wählen.
Aber das Erzählen bringt euch und macht mir immer Freude, egal ob ihr 3 oder 150 Zuhörende seid.
Märchenspaziergang 2008 (29.08.08)
Gelterkinden, Märchen-Abendspaziergang
Eine alte Tradition durfte wieder aufleben.
Es erzählten Regula Itin, Magdalena Gisin und Urs Volkart.
Treffpunkt: 19.00 Uhr, Bahnhof Gelterkinden beim Postauto richtung Rheinfelden. Wegzoll: Fr. 15.–
Wir fuhren zuerst mit dem Postauto nach Rickenbach, reine Spazierzeit ca. 45 Minuten.
Ende gegen 22 Uhr: in einem Raum im Chienbergreben, 10 Gehminuten vom Bahnhof Gelterkinden.
Zugsabfahrt in beiden Richtungen 21.58 (oder 22.28).
Der Anlass sollte bei jeder Witterung stattfinden. Je nach Wetter würde die Route gekürzt.
Das war aber nicht nötig. Ein milder Spätsommerabend begleitete uns….
Bericht
Gelterkinden, Freitagabend, 29. August 2008, ein warmer Spätsommerabend, blauer Himmel, der langsam eindunkelt, und zauberhaftes Licht, das langsam verblasst.
Ein wunderbarer Märchenabend. Viele liebe und sehr positive Echos von Teilnehmenden.
19 Uhr, mehr Menschen als erwartet sammeln sich auf dem Postauto-Parkplatz des Bahnhofs Gelterkinden. Magdalena Gisin, Regula Itin und ich dirigieren die Teilnehmenden ins Postauto. Kurze Busfahrt nach Rickenbach auf den Stehplätzen — dort warten auch schon Teilnehmende von der anderen Seite des Bergs — rasch weg von der Strasse und zum Friedhof — Platz und Zeit für die Begrüssung und als Einstieg: das immer wieder gut aufgenommene Einstiegsmärchen aus der jüdischen Tradition “Die Wahrheit und das Märchen”.
Der Aufstieg zum “Bleistiftbrunnen” am Waldrand unterhalb der Rickenbacherfluh geht locker, die einen schnaufen schon etwas tiefer. Dort im Wald, ein Elfenhügel, Platz für die Geschichte vom Schotten McNeal, der einige Tage Feenzeit bei Tanzen und Fröhlichkeit verbringt, bis ihn der Anblick einer jungen menschlichen Mutter mit ihrem Kleinkind so berührt, dass ihm ein Segensspruch über die Lippen geht — und ihn jählings in die Menschenwelt zurückkatapultiert. Nachdem er realisiert, dass er wohl über 300 Jahre Menschenzeit weg gewesen ist, darf er sterben.
Noch ging niemand im Wald verloren — bei den Kirschbäumen unterhalb des Hofs Dottmesen dürfen wir uns mit Erlaubnis von Bauer Bichsel vom Sonnenhof ins Gras setzen. Das zarte finnische Kunstmärchen von Anni Swan “Kranich und Hirtenmädchen” passt zum allmählich verblassenden Tageslicht und der Weide, fast rings umgeben von Wald.
Beim nächsten Halt haben unsere Freunde, die Waldwichtel, bereits ein warm loderndes Feuer entzündet, wo wir die träumerische Geschichte von der Peri und dem Ifrit hören und gleich danach das bodenständige Märchen der Brüder Grimm “Das Waldhaus”.
Nun ist es stockdunkel, wäre es, wenn nicht der Lichterüberfluss des Dorfs Gelterkinden aus der Tiefe strahlen würde. Auch der kräftige Eisenbahnlärm erinnert uns daran, dass wir in der sogenannten realen Welt uns bewegen. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit, es geht schon gegen halb Zehn, entschliessen wir uns, direkt ohne Zwischenstation in den Gemeinschaftsraum der Wohngenossenschaft Chienbergreben zu gehen.
Die Hausgeister haben den Raum geschmückt und auch eine Stärkung bereitgestellt. Ein letztes Märchen schliesst den gelungenen Abend ab. Es erzählt von einem jungen Taugenichts, der bei einem alten Kräutersammler Geduld, Achtsamkeit und Bescheidenheit lernt und so sein Glück findet.
Magdalena, Regula, ich und noch ein paar Teilnehmende bleiben noch etwas sitzen, für die Nachfreude. Kurz und beflügelt aufräumen und Raum säubern. Gute Nacht.
Für den Rückblick und Ausblick: Wir wollen das wieder aufnehmen in einem Jahr; vielleicht schon eine halbe Stunde früher beginnen; Weglänge und 6 Märchen wären sonst ideal.
Vielen herzlichen Dank an Magdalena und Regula fürs Mitmachen und Mitorganisieren, Regula besonders für die Flyer-Idee. Dank auch an Yannick, den Feuer-Wichtel im Wald, an Ingrid für gute Ideen im Vorfeld und Taxidienst am Schluss, an Doris und Alex für die Mithilfe beim Aufräumen.
Handwerker-Märt Röschenz 2008 (17.08.08)
Handwerker-Märt Röschenz (17.08.08)

Röschenz liegt im Laufental, oberhalb des Städtchens Laufen.
Auf dem Markt eine schöne friedliche Stimmung. Der Handwerker-Markt ist offenbar eine weitherum bekannte Veranstaltung. Traditionelles Heim- und Handwerk wie Wolle-Verarbeitung (Karden, Spinnen, Färben), Bogen-Schnitzen, Drechseln, Papier-Schöpfen, Glas-Blasen, Bildhauerei und Verarbeitung von Steinen wird gezeigt und alle können etwas ausprobieren; Produkte sind feil.
Bilder vom Handwerker-Märt 2007, aufgenommen von der Bildhauerei Weber:

Ich habe im Kreis im Freien zwei mal 30-40 Minuten Märchen aus Afrika erzählt:
2 längere Anansi-Geschichten; ferner “Ungalli” (der grosse Hunger) und “Bewahre deine Geheimnisse”;
und als Stilbruch zum Abschluss: Hans im Glück (nach Brüder Grimm KHM).
Publikum: Vorschulkinder, z.T. mit ihren Eltern. Das Erzählen im Freien gibt die Möglichkeit, ohne weitere Umstände sich in einer Pause zwischen zwei Märchen zu verabschieden. Ein Vorteil mit kleinen Kindern und zum Teil eher längeren Märchen.
Es ist gut, sich im Freien lautstark bemerkbar zu machen. Meine Djembe leistete dazu gute Dienste. Ob ein Arrangement mit Macurù-Themen wirklich passt, kann ich nicht beurteilen; aber gewirkt hat’s. Bei zwei weiteren Märchen habe ich kurze musikalische Einlagen mit Djembe und Kalimba (Daumenklavier) benutzt.
Märchenstubete 2008-1 “Our Lady’s Child” (23.05.08)
Verschweigen oder Verleugnen
Märchenstubete — endlich wieder einmal
Verschweigen oder Verleugnen
(→Betrachtung )
Urs Volkart erzählte Märchen von der Begegnung mit dem Geheimnis der schwarzen und der weissen Göttin, am Freitag, 23. Mai 2008, 19.30 bis 21.00 Uhr, am Ebnetweg 34, 4460 Gelterkinden (→Plan)
13 engagierte Zuhörerinnen und Zuhörer genossen die folgenden Märchen, und es ergab sich ein lebhafter Gedankenaustausch bei einer Tasse Tee (und Ingrid’s guten Lebkuchen).
Liste der erzählten Märchen:
- Die grüne Jungfer (Deutschland, Harz)
- Die Tochter des Schmieds (Slowakei)
- Marienkind (Brüder Grimm, Urfassung 1807)
- Das Erdkühlin (Elsass) (→Bemerkung)
- Bewahre deine Geheimnisse (Westafrika)
dazwischen: Betrachtung zu den erzählten Märchen (→Betrachtung).
(Kommentarseite folgt)Quellenangaben für die Märchen:
- Die grüne Jungfer: Ey, August, Harzmärchen, Nachdruck der Originalausgabe von1862, Olms-Verlag, 1996
- Die Tochter des Schmids: Sirovatka, O. und Luzik, R., Slawische Märchen, Artia/Dausien 1971
- Marienkind: Derungs, Kurt, Die ursprünglichen Märchen der Brüder Grimm, Edition Amalia 1999
- Das Erdkühlin: Wesselski, Albert, Deutsche Märchen vor Grimm, R.M. Rohrer-Verlag 1938
- Bewahre deine Geheimnisse: Carter, Angela, The Old Wives Fairy Tale Book, Pantheon Books 1990
Bildquellen:
Maria im Ährenkleid, Tirol um 1450 (→Tiroler Landesmuseum Innsbruck)
Kali (→Quelle)
Schwarze Madonna, Einsiedeln um 1460 (→Quelle)




