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Elfen ! Elfen ?

Hauptquelle für das Thema «elves» ist Irland. Mythologisch erlebte Irland eine ganze Reihe von Invasionen und, sofern erfolgreich, entsprechende Zeitalter. Die Elfen waren je nach Quelle die zweite, dritte oder vierte Invasionswelle und begründeten ein sehr lange währendes Zeitalter, das die spätere keltische Kultur stark beeinflusste. Die «historische» Bezeichnung der Elfen lautet «Túatha Dé Danann» (ausgesprochen «Tuahe de Dannen»). Damit wird auf ihre Abstammung von der Göttin «Danu» verwiesen. Danu (auch Dana genannt) kämpfte auch bei der Invasion der Elfen als Zauberin an der Seite «ihres Volkes».

Elfen-Prozession (von einer Webseite zur isländischen Elfenkultur: https://unsere-natur.net/elfen-in-island-mythen-und-uberzeugungen/

Die Elfen konnten die ersten Invasionen neuer Völker erfolgreich zurückschlagen. Z.B. besiegten sie die «Fomori» an Samhain. Sie wurden aber in späterer Zeit von den «Milesiern» besiegt. Die Milesier gehörten zu den eigentlichen Gälen. Der Mythos erzählt, dass im Friedensvertrag den besiegten Elfen versprochen wurde, dass sie die Hälfte von Irland bekommen sollten. Die Elfen freuten sich aber zu früh, weil die Sieger ihnen das Reich unter Erde und sich selber das Reich über der Erdoberfläche zuwiesen. Deshalb leben in der iroschottischen Geschichtenwelt die Elfen unterirdisch in den Elfenhügeln, den «Sidhe». In der Nacht vor Samhain dürfen sie als Erinnerung an ihren Sieg über die Fomori die Sidhe verlassen und über ihr ehemaliges Land reiten.

Krieger-Elfen (aus einer holländischen Comic-Serie)

Die Elfen sind grösser als Menschen und haben helle Haut und helles Haar. Grundsätzlich sind die Elfen den Menschen nicht feindlich gesinnt, aber sie entführen gerne schöne Menschen oder sogar Bébés, weil die ihnen einfach gefallen.

Im «Herr der Ringe» kämpfen die Elfen, insbesondere ein gewisser Legolas, an der Seite der Helden. In den Geschichten sind die Elfen manchmal Helfer, manchmal Widersacher der Menschen.

Aus den mythischen Zeiten stammen neben den «schönen» Elfen auch die vielen anderen Wesen der Anderwelt, welche die iroschottischen Geschichten bevölkern. In der Volkskultur sind sie alle immer noch sehr präsent. Es sollen sogar Strassenpläne so geändert werden, dass sie die Wohngebiete der Elfen nicht tangieren.

In unserer Kultur entsprechen eher die Feen diesen keltischen elves. Die Elfen sind bei uns “nur” noch herzige geflügelte Wesen, die von Blüte zu Blüte huschen (Blumenelfen), auf englisch oft “fairies” genannt. Unsere Feen gehören zum Reich der Göttinnen und götterähnlichen Frauen, z.B. sind sie Schicksals-Frauen und treten so in der Dreiheit auf.

 

Schottische Märchen und Irische Märchen

Obwohl die Nähe zur Feenwelt (korrekter wäre “Welt der Elfen”) sehr irisch anmutet, ist Tam Lin ein Märchen aus Schottland. Irische Märchen (siehe Bücher mit Märchen aus Irland) sind meist keine Märchen in unserem Sprachgebrauch sondern eher Mythen und Sagen.

Möglicher Grund: Irische «Märchen» befassen sich oft mit der mythischen Geschichte und den Helden (selten Heldinnen) Irlands oder sind Sagen von den Wesen der Anderwelt. Eine Verschriftlichung beginnt erst im 19. Jhdt.,; vorher gab es nur mündliche Überlieferung (Gedächtniskultur) oder einzelne Schriften von Mönchen. Die irische Mythologie «ersetzt» in der Volkskultur die historische Beschreibung der Geschichte. Ein Vergleich mit dem Alten Testament der Bibel drängt sich auf.

Schottische Geschichten wurden als epische Gedichte, Balladen genannt, seit dem 16. Jhdt. aufgezeichnet und sind dabei mehr und mehr zu Zauber-Märchen geworden. Das Motiv dabei ist oft die Erlösung eines Menschen aus der Verzauberung, Verstrickung in der Feenwelt; Erlösung dank der aufopfernden Liebe eines gegengeschlechtlichen Menschen (anderes bekanntes Beispiel: Catherine-knack-die-Nuss). Die Schotten lieben in ihren Sagen unheimliche und manchmal skurrile Begegnungen von Menschen mit der Anderwelt.

Meine “Tam Lin”-Version ist stark an die Ballade Nr. 39 in der Sammlung von Francis James Child angelehnt.

Anderswelten im Cheesmeyer

Erzählabend im Buchantiquariat „loose rede läse“ im Cheesmeyer-Huus Sissach

Märchen aus dieser Welt und aus anderen Welten

Illustration von John Bauer in einem schwedischen MärchenbuchGeschichten von Menschen, Feen und Naturwesen,
frei erzählt von Simone Peyer und Urs Volkart.

Im Rahmen der Schweizerischen Erzählnacht 2011 mit dem Motto „Anderswelten“.

Musikalische Zwischenwelten mit Ingrid Gauer und Barbara Geiser.

Freitag, 25. November 2011, 19.30 Uhr

Im Buchantiquariat „loose rede läse“, Cheesmeyer-Huus,
Hauptstrasse 55, 4450 Sissach.

Flyer zum Herunterladen >>

Kontakte:

Eintritt frei — Kollekte beim Austritt zur Deckung der Kosten Weiterlesen