Zusammenfassung aus dem Kapitel 2 aus
Wunderer, R. (2008), “Der gestiefelte Kater als Unternehmer”, Verlag Gabler
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Mein Märchenjahr 2008
Ein reiches Erzähljahr geht zu Ende. Was macht den Reichtum aus ?
- Die Erfahrungen mit mir als Erzählenden und mit den Zuhörenden.
- Das Kennenlernen und Erarbeiten neuer Märchen.
- Die Gespräche über Märchen und Erzählen mit anderen Menschen.
Das Erzählen bildete wirklich einen Schwerpunkt. Märchenbetrachtungen und andere Märchenarbeit treten etwas in den Hintergrund, eher als Begleitung des Erarbeitens neuer Märchen oder Wieder-Ausgraben alter Schätze. Weiterlesen
Märchenabend Wenslingen 19. Jan.
19. Januar 2009
Gemeindsaal Wenslingen, 20 Uhr, > Plan
Silvia Flückiger und Urs Volkart erzählen Märchen.
Musikalische Umrahmung: Ursula Mühleisen, Violinzither
Veranstalter: Frauenverein, Frau V. Burri, Tel. 061 991 09 86
Gibt es ein Leben nach der Geburt ?
Gibt es ein Leben nach der Geburt ?
Im Bauch einer schwangeren Frau sind drei Embryonen. Einer davon ist der kleine Gläubige, einer der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker .
Der kleine Zweifler fragt die anderen: „Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?”
Visions Unseen
The cover of Frances Ripley’s illustrated (and illustrious) book „Visions unseen” shows the hazel elf – or better: shows how the hazel elf likes to present himself to humans through Frances’ pencil.
Her drawings show us both the beauty and the power of nature spirits. The texts explain how Frances Ripley was led to a loving and deep awareness of the realms of nature spirits. And then was „forced” to draw many of them.
The book has been published one year ago at Findhorn press publishers:
ISBN: 978-1-84409-093-8 (Link)
Studying the book I am again touched and fascinated by the drawings and Frances’ adventures thereby like I was, when she first showed me some of them and told the stories about their origin.
I think that Frances’ drawings reflect how nature spirits try to present themselves to humans in order to get in contact with more and more people and to offer collaboration for the maintenance of our planet (I feel tempted to say: healing of our planet), including the realms of all seen and unseen beings as well as the mineral level.
Unterschiedliche Erzählsituationen
In den letzten Tagen kam ich in den Genuss von zwei sehr unterschiedlichen Erzählsituationen. Zuerst aber die Gemeinsamkeit: Beide Male war es ein Frauen-Publikum. Nicht weil in Märchenkreisen die Frauen stärker vertreten sind, sondern diese Frauen waren durch ihre berufliche Position zusammengekommen.
Die eine Erzählsituation: im Freien, in Regen, Kälte und Wind, die Zuhörenden stehend, notdürftig geschützt durch Sonnenschirm oder Hausvordach, im kleinen Dorf Nuglar (ein solothurnischer Vorposten direkt über der basellandschaftlichen Kantonshauptstadt Liestal).
Die andere Erzählsituation: im gediegenen Merian-Saal des Hotels Merian Basel, in der Wärme, schön gepolsterte Lehnstühle, ein funkelnder Christbaum im Rücken des Märchenerzählers.
Und beide Male: beglückte und fröhliche Gesichter.
Es gibt also nicht grundsätzlich ungeeignete Umstände für’s Märchenerzählen…..
Mir gefällt auf jeden Fall beides!
Frauennetz Basel (10.12.08)

Im gediegenen Merian-Saal des Hotels Merian Basel an der mittleren Brücke über den Rhein Märchen erzählen, eine märchenhafte Vorstellung!
Märchen-Lunch am women’s luncheon des Frauennetzes Basel, einer lockeren Vereinigung aktiver, vor allem in der und um die Basler Chemie (Novartis, Syngenta, aprentas usw.) berufstätiger Frauen jeglichen Alters. Das Frauennetz war in den 90er-Jahren entstanden, wohl als Gegengewicht zu den traditionellen Männerseilschaften aus Militär, Studentenvereinigungen, Fasnachtscliquen u. dgl. Die Basler Chemie hatte erkannt, dass diese Männerseilschaften nicht immer fähige Männer nachzogen, sondern gleichzeitig die Frauen in den Firmen ausgrenzten. Das Frauennetz ist in diesem Umfeld gegründet worden.
Und weil eine Kollegin von mir dort aktiv ist, kam der Märchenerzähler Urs zu einem einstündigen Soloauftritt im gediegenen und stimmungsvollen Merian-Saal des Hotels Merian an der mittleren Rheinbrücke in Basel. Ich spürte rasch eine gute Resonanz mit vielen begeisterten Gesichtern, bald mit geschlossenen Augen, bald mit lachenden Mündern. Bei der Vorbereitung hatte ich zwar noch zwischen einem Weihnachtsprogramm und einem Frauenprogramm geschwankt, mich aber dann für letzteres entschieden. Es war naheliegend, dass ich nach dem klassischen Opener „Die Wahrheit und das Märchen“ aus der chassidischen Märchentradition – ich wollte auch märchenungewohnte Zuhörende gleich am Anfang ins Boot einladen – eine Reihe von Märchen von Frauen erzählte, die sich erfolgreich durch’s Leben schlagen:
- Die Frau, die auszog ihren Mann zu erlösen (iberische Halbinsel, im Januar 08 an einem Seminar erzählt von einer meiner liebsten Märchenfrauen Sigrid Früh.
- Das Töpfchen (aus der Türkei oder von weiter im Orient, meisterhaft erzählt von Rudolf Geiger)
- Eine Hornochsengeschichte (aus der Toscana, Parallelmärchen zu Brüder Grimm KHM 94)
- Bewahre deine Geheimnisse (Westafrika, nach einer amerikanischen Vorlage von Angela Carter)
Das Töpfchen zeigt , dass frau auch nicht alles erzwingen muss, sofern sie aufmerksam und kompromisslos die richtigen Gelegenheiten packt und das Alte in der Erwartung von Neuem loslässt.
Auf das naheliegende „Aschenputtel“ habe ich an diesem Mittag verzichtet, aber dieses Märchen zum selber lesen warm empfohlen. Repräsentatiert doch gerade Aschenputtel den Prototyp der unternehmerisch denkenden und handelnden Frau, welche im Vertrauen auf ihre Stärke und Qualitäten durch alle Diskriminierungen durchgeht, um zielbewusst am Ende zu gewinnen.
Pffh ! 60’ erzählen am Stück ist ganz schön anstrengend — aber kaum sprürbar, wenn das Publikum so gut in Resonanz geht. Herzlichen Dank.
Nuglar SPITEX Liestal (5.12.08)
Adventsabend der Spitex Regio Liestal in Nuglar.
Das garstige Wetter verhinderte einen gemütlichen Märchenspaziergang von der Sichtern (Liestal) nach Nuglar hinunter. Stattdessen gab es einen kurzen Spaziergang durch das adventlich beleuchtete Dorf, wo die Kinder einem alten Brauch entsprechend bereits den Samichlaus aus dem Wald geholt hatten. Der Freude des Teams von sturmerprobten Mitarbeiterinnen, was Spitex-Leute ja sein müsse, an einigen Geschichten taten Regen und Wind keinen grossen Abbruch, kalte Füsse inbegriffen.
Ich durfte die folgenden sechs Märchen und Geschichten erzählen:
- Der Segen von oben
(Kurzgeschichte aus dem Orient: Nasruddin) - Die Frau, die auszog, ihren Mann zu erlösen
(Iberische Halbinsel) - Bewahre deine Geheimnisse (Westafrika)
- Wie der Zaunkönig das himmlische Feuer holte
(Normandie) - Eine Hornochsengeschichte (Toscana,
Parallelmärchen: Brüder Grimm, KHM 94, Die kluge Bauerstochter) - Warum es keine Einhörner mehr gibt
(schwankartige Legende, irgendwo gehört, Herkunft unbekannt)
Die Grimm-Akten 1
Von Michael Buckley ist im Baumhaus-Verlag eine erste Abenteuer- und Detektiv-Geschichte um die Nachkommen der Brüder Grimm erschienen. Zwei Grimm-Geschwister begegnen im Verlauf der Handlung Gestalten aus der Märchenwelt.
Ich bin gwundrig auf dieses Büchlein und werde vielleicht nach dem Lesen noch darüber schreiben. Es handelt sich um eine Übersetzung eines Bands einer ganzen Reihe in Amerika erschienener Bücher, von denen nach Angaben des Verlags über 600’000 verkauft wurden.
ISBN: 978-3-8339-3738-5
Englisch sprachige Originale unter dem Titel “The Sisters Grimm” erschienen.
Komisches Gefühl – freudiges Gefühl
Heute habe ich mir auf dem Arbeitsweg im Zug überlegt, was dieses Jahr in Sachen Märchen denn so alles gelaufen ist. Dabei hatte ich eine überraschende Erfahrung gemacht: Das Gefühl “keine Termine, was jetzt”.
Und dabei waren 2008 doch:
Viele schöne Erzählveranstaltungen, selber organisierte, mit anderen gemeinsam organisierte und solche, wo ich “nur” engagiert war, also unbelastet von Organisatorischem zum Erzählen hingehen durfte. Besonders gefreut hat mich, dass die zwei Wiederbelebungen alter Traditionen, der Märchen-Abendspaziergang und die Erzählnacht in der Bibliothek auf gute Resonanz gestossen sind. Und immer wieder die Interaktion mit anderen Erzählerinnen bei gemeinsamen Auftritten.
Und jetzt ist das “Auftragsbuch” praktisch leer. Noch zwei Engagements in geschlossenen Gesellschaften im Dezember stehen an. Noch keine konkreten Pläne für Erzählveranstaltungen für nächstes Jahr.
Dafür kommt hoffentlich ein Bereich wieder vermehrt zum Zuge, der dieses Jahr eher brach lag: Das Betrachten von Märchen.
Und sicher wird die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft “Märchen und Management” zu spannenden Aktivitäten im 2009 führen.
Ich freue mich auf eine märchenhafte Zukunft.

