Wie die Torah zu den Menschen kam

Torah

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Einst wurde Moses in den Himmel zu Gott gerufen. Die Engel fragten: “Was will der vom Weib geborene unter uns ?” Gott antwortete: “Die Torah zu empfangen, ist er gekommen.” Die Engel aber protestierten dagegen, dass die Torah, die seit 974 Generationen von der Erschaffung der Welt an im Himmel aufbewahrt wurde, einem Menschen übergeben werden sollte.

Da wies Gott Moses an, zu den Engeln zu reden. Aber Moses getraute sich nicht, sich vor den Engeln zu rechtfertigen. Da rief Gott Moses zu sich, damit er sich an seinem Thron festhielte. Erst jetzt begann Moses zu den Engeln zu sprechen:  Weiterlesen

Die schweizerische Erzählnacht

ist ein tolle Gemeinschaftsinitiative des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) mit Bibliotheken, der Unicef und anderen Organisationen:
Es sollen immer am zweiten Freitag im November möglichst viele Veranstaltungen um und mit Erzählungen stattfinden: freies Erzählen, Lesungen, dramatische Umsetzungen, Visualisierungen usw. haben alle Platz.

Wasserstrahl eines Springbrunnens (Aufnahme: http://velina.info/gallery/view/water/h2o_08)

Im Jahr 2008 ist es der 14. November mit dem Thema Wasser (“L’aua raquinta” – “Storie d’acqua” – “Au fil de l’eau” – “Geschichten vom Wasser”). Weiterlesen

Erzählnacht 2008 (7.11.08)

Gelterkinden, 7. November
Schweizerische Erzählnacht

Es erzählten Magdalena Gisin, Regula Itin, Susanne Limacher und Urs Volkart. 

 Schönes Erlebnis auch vom Publikumsaufmarsch her. Hokusais Woge hat uns fast überrollt. Die letzten Stühle mussten her.

Ein spannendes Programm mit kurzen und langen, besinnlichen, klassischen und lustigen Märchen und Sagen:

  • Der Wasserbrief, eine nordische Sage lanciert das Thema.
  • Marenka, ein Märchen vom Wasser des Lebens aus Osteuropa.
  • Das Tränenseil, ein eher romantisches Märchen, angeblich aus Tibet.
  • Die Kristallkugel, ein gewaltiger Grimm-Klassiker, wo das Wasser vor allem die Kräfte des Unbewussten symbolisert.
  • Das besprochene Wasser, ein wirksamer Therapievorschlag für streitsüchtige Paare.
  • Die Frau, die auszog ihren Mann zu erlösen, ein klassisches Thema mit einem überraschenden, erlösenden Schluss.
  • Die Zaubermuschel, ein Liebes-Märchen aus dem fernen Osten.
  • Fischlein und Büffelkuh, damit endet der Märchenabend definitiv, und erst noch mit einem lösenden Lachen.

Danke an alle Mitwirkenden und die hilfreichen Mitglieder des Bibliotheksteams. Solche Veranstaltungen geben Mut, hie und da etwas Grösseres zu wagen.

Chuck und sein Pferd

Referenz: “Projektgeschichten”-Blog von Sigrid Hauer, 30.Oktober 2008 “Chuck und sein Gaul”

Der junge Chuck will mit einer eigenen Ranch reich werden. Als Anfang kauft er einem Farmer ein Pferd ab. Er übergibt dem Farmer seine ganzen 100 Dollar und dieser verspricht, ihm das Pferd am nächsten Tag zu liefern.

Am nächsten Tag kommt der Farmer vorbei und teilt Chuck eine schlechte Nachricht mit: “Es tut mir leid, Kleiner, aber das Tier ist in der Nacht tot umgefallen.” Meint Chuck: “Kein Problem. Gib mir einfach mein Geld zurück. “Geht nicht”, eröffnet ihm der Farmer. “Ich habe das Geld gestern bereits für Dünger ausgegeben.”

Chuck überlegt kurz. “Na dann”, fängt er an, “nehme ich das tote Biest trotzdem.” “Wozu denn?” fragt der Farmer. “Ich will es verlosen”, erklärt ihm Chuck. “Du kannst doch kein totes Pferd verlosen!”, staunt der Farmer. Doch Chuck antwortet: “Kein Problem! Ich erzähl’ einfach keinem, dass es schon tot ist…”

Monate später laufen sich Chuck – fein in Anzug und schicken Schuhen – und der Farmer in der Stadt über den Weg. Fragt der Farmer: “Chuck! Wie lief’s denn mit der Verlosung des Pferde-Kadavers?”

“Spitze”, erzählt ihm Chuck. “Ich habe über 500 Lose zu je 2 Dollar verkauft und meine ersten 1’000 Dollar Profit gemacht.”

“Ja… gab’s denn keine Reklamationen?”

“Doch – vom Gewinner”, sagt Chuck. “Dem habe ich dann einfach seine 2 Dollar zurückgegeben.”

Nachtrag:

Heute verkauft Chuck strukturierte Finanzprodukte in New York…

Nathan der Weise – ein Märchen ?

Gestern abend haben wir im Goetheanum in Dornach das Schauspiel “Nathan der Weise” genossen. Lessing nannte es ein “dramatisches Gedicht”. In der Tat ist es nicht nur eine Lehrgeschichte, sondern ein spannender Krimi ! (Fotos: Charlotte Fischer www.lottefischer.de)

Nathan der Weise: Recha und Nathan

Nathan der Weise: Recha und Nathan

Der Plot des Stücks ist zumindest im 2.Teil etwas “gesucht”, aber er soll ja auf die wichtige Aussage hinführen, dass alle Menschen Brüder und Schwestern und in erster Linie Menschen, nicht Angehörige eines Volkes, einer Religion, eines Ordens oder sonst einer Ego-Identifikation sind.

Neben dem bekanntesten Teil, der Ringparabel, die Lessing übrigens von Boccaccio übernommen hatte, sind mir eine ganz Reihe noch fast wichtigerer Vers-Passagen aufgefallen. Die vordergründige Ausage des “Geschichtchens”, welches Nathan dem Sultan Saladin erzählt, ist die, dass alle drei abrahamitischen Religionen legitime Nachkommen eines ursprünglichen Gottesverständnisses sind. Weiterlesen

Friedensfeste

2 Veranstaltungen, auf die ich gerne hinweise, sogar wenn sie zum selben Zeitpunkt wie ein Märchenerzählabend stattfinden, an welchem ich mitwirke.

Freitag, 7. November 2008, 19.30, Zürich, Kirche St. Jakob (beim Stauffacher). (Flyer)
Friedens- und Lichtfest mit Barbara Swetina (Singen und Tanzen) (www.sacredsongs.net), François Monnet (Lichtbaum), sowie Jacek und Alicia Halas
www.celebrationactivists.org

Donnerstag, 18. Dezember 2008, 19.00, Wetzikon, Zentrum “Drei Linden”
Friedensfest mit Singen und Tanzen, mit Manuel Oertli (Musik) und Rahel Bibermann (sacred dances)
www.canario.ch

und zur Erinnerung (sicher auch eine friedliche Veranstaltung):
Freitag, 7. November 2008, Gelterkinden, 19.45, Gemeindebibliothek (Nähe Bahnhof)
Märchen vom Wasser (Flyer)
Erzählabend mit Magdalena Gisin, Regula Itin, Susanne Limacher und Urs Volkart

Margaret Tarrant

Margaret Tarrant (1888-1959)

war eine grossartigen Kinderbuch-Illustratorin. Von ihr gibt es auch zahlreiche Märchenbuch-Illustrationen und Märchenbilder. In ihrem Stil sind Jugendstil-Elemente erkennbar, die natürlich gut zur Märchenwelt passen. Als Beispiel: der gestiefelte Kater.

Margaret Tarrant: Der gestiefelte Kater

Margaret Tarrant: Der gestiefelte Kater

Leider habe ich sonst nicht viel über diese Künstlerin gefunden.

Mehr Bilder gibt es hier»» und hier»».

Das Märchen vom Märchen

Nein ich will nicht das Pentamerone (G.B. Basile: “Lo cunto de li cunti overo Lo trattenemiento de peccerille”) nachdichten. Der Begriff Märchen hat “nur” wieder einmal Hochkonjunktur.

Immer dann, wenn die Leute die Welt nicht mehr verstehen wollen, taucht der Begriff Märchen in jedem Medienerzeugnis inflationär auf. In dieser Zeit, wo wir nicht verstehen mögen, weshalb die Bankenwelt kriselt, weshalb die Manager ihre Unternehmen als Selbstbedienungsladen für ihre persönliche Bereicherung ansehen, weshalb die Wirtschaft so auf und ab geht, wie sie geht…. In dieser Zeit wird alles märchenhaft, also unreal, und die Verantwortlichen tischen Märchen auf, also Lügengeschichten.

Weit gefehlt,

denn eigentlich wissen wir, dass die Märchen die wahre Welt beschreiben, auch wenn das typische Volksmärchen viele unreal anmutende Begebenheiten erzählt. Und eigentlich wissen wir, dass das, was wir als tägliche Realität ansehen, im besten Fall unser persönliches oder kollektives Konstrukt der Wirklichkeit darstellt, die Projektionen unseres Egos.

…. In diesem Sinne:

Bitte liebe
Politiker/innen,
Journalist/innen,
Manager/innen
erzählt keine Märchen, die Lügengeschichten sind, sondern Märchen, die wahr sind !!!

Haben Engel Flügel ?

In der bildenden Kunst und auch in der Literatur zumeist ja. Vermutlich liegt das daran, dass wir Menschen als erdgebundene Wesen uns einfach nicht vorstellen können, dass es Wesenheiten gibt, die ohne Flügel fliegen können.

Flügel sind aber auch ein Symbol für überirdische Wesen. Die aus menschlicher Sicht mächtigen Engelwesen verfügen oft über 2 Paar oder sogar mehr Flügel.

Menschen, die Engel sehen können, berichten allerdings, dass sie keine Flügel feststellen können.

Diessen, Marienmünster

Diessen, Marienmünster

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Verantwortung

Dies ist ein Beitrag zur Blog-Parade von Frank Obels zum Thema Verantwortung.

Wie halten es die Märchenheldinnen und -helden mit der Verantwortung ?
Welche Vorbilder geben sie ?

Diese Frage habe ich mir noch nie gestellt. Und ich bin in kurzer Zeit auch nicht wirklich weit gekommen. Was nicht heisst, dass etwas mehr Nachforschungen auch mehr bringen könnte.

Verantwortung auf dem Lebensweg übernehmen – Verantwortung ist ein Attribut des Erwachsenseins.

Verantwortung übernehmen bedeutet, Entscheidungen selbst fällen zu können, wählen unter mehreren Handlungsmöglichkeiten, eben frei sein. In einer Welt, in der es nur Bestimmung gibt, kann man im besten Fall noch die Verantwortung dafür übernehmen, seine Bestimmung anzunehmen. Man wird dann natürlich auch verantwortlich für die Folgen seines Handelns, unabhängig davon, ob die Handlung moralisch gut, zumindest legal oder gar verbrecherisch war. Siehe auch mein eher grundsätzlicher Artikel zum Thema.

In den Märchen tragen die Märchenheldinnen und -helden oft die Verantwortung für ihr Handeln zur Lösung der Probleme, aber …

… viele Märchenheldinnen und -helden befinden sich auf ihrem Weg noch im Stadium der Unmündigkeit, können also keine Verantwortung tragen. Weiterlesen