Der Aarauer Erzähltreff zu Besuch beim Basler Märchenkreis:
Was das Schilfrohr singt
Märchen aus den Auen
Freitag, 12. September 2014, Beginn 19.30 Uhr
Im „Bücherwurm“, Gerbergässlein 12, Basel
Les Femmes du 6e étage

An unserem letzten Siedlungs-Open air gesehen. einfach unkritisch geniessen und nachher glücklich gut schlafen. Es war nicht ein Märchenfilm, aber ein unterhaltsamer Film, der – eher unbeabsichtigt – märchenhafte Züge trägt:
Die Handlung im Detail in >>>der deutschen Wikipedia. Technische Details auf >>>der französischen Seite.
Die Kritiken waren vor zwei Jahren negativ. Mir egal, für mich zählt mehr das Schöne und Positive.
Schon gleich schon an vierter Stelle der Gesamtausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm kommt ein „Mährchen“, dass ich zwar schon manchmal gelesen habe (vor allem auch in meiner Kinderzeit !). Aber nie hatte ich Lust mich ernsthaft damit zu befassen. Was sollen diese blöden Horrorstories vom Verkleidungstheater des Küster bis zum toten Vetter im Bett? Die Grimms haben die Erstfassung ja auch noch ziemlich ausgeschmückt.
Manche Leute bezeichnen die Geschichte als Schwankmärchen. Da bin ich mir nicht so sicher. Es kommen auch viele Motive vor, die sonst eher für Sagen typisch sind. Und der Held macht klar eine Entwicklung durch. Natürlich könnte man wohl auch einiges Gescheites über die vorkommenden Symbole schreiben. aber worum geht es denn wirklich?
Erst kürzlich im Gespräch mit Freundinnen und Freunden ist mir das eine oder andere Assoziations-Licht angezündet worden.
Was sind die Qualitäten des Helden? Er geht grundsätzlich positiv an Abstossendes heran und kann irgendwie mit allem umgehen. Er zeigt Mitleid mit den Leichen und Ungeheuern, zumindest so lange, bis sie nicht ihm ans Lebendige gehen. Dann wird er gnadenlos.
Er wird immer wieder mit Toten konfrontiert. Nimmt er selber den Tod zu wenig ernst? Zumindest geht er mit ihnen um, wie wenn sie gar nicht tot wären. Manchmal verhalten sie sich richtig (die gehenkten), manchmal aber zeigen sie auch lebendige Reaktionen (der tote Vetter).
Feuer hat er immer dabei, um sich und die anderen zu wärmen. Allerdings verpufft seine Wärme: seine Begegnungen sind alle tot oder sonstwie „unlebendig“. Und am Schluss löscht die Magd seiner Frau das Feuer?
Das Wort „Gruseln“ gäbe auch zu reden. Was ist damit gemeint? Der Märchenheld fürchtet nichts, hat auch keine Angst (Kierkegaard). Muss er da etwas lernen? „Cool sein“ ist doch auch eine Haltung. Die Psychotherapeutin B. Diepold (http://www.diepold.de/barbara/diese_wut.pdf) berichtet in einem Aufsatz von einem traumatisierten Kind, dass immer wieder dieses Märchen hören wollte, um an seine Gefühle heran zu kommen.
Wenn’s schon dem Helden nicht gruselt, soll es dafür umso mehr dem Leser (z.B. mir als Kind) gruseln? „Gfürchiges“ hat ja auch eine grosse Faszination: no fear, no fun.
Das Märchen ist ja eine rechte Männergeschichte. Erst nach der Hochzeit, also der Integration des fehlenden Weiblichen, erlebt der Held das Gruseln. Er findet Zugang zu seinen (symbolisch gesehen) weiblichen Seiten und kann jetzt starke Gefühle (Wasser und Fische) wahrnehmen. Also war das oben erwähnte Mitleid eher rational als ein Gefühl. Erst jetzt findet er den Zugang zu seinen Gefühlen und kann eine Schwäche eingestehen. Und mit den Fischlein kommt er wohl auch in Kontakt mit seiner Sexualität.
Als Ironie des Schicksals: Nur dank seiner Furchtlosigkeit bis zuletzt, kann er die Königstochter heiraten, deren Magd ihn das Gruseln lernt.
Sicher liegen wir richtig, wenn wir die Geschichte als Darstellung eines Reifungsprozesses verstehen, auch wenn nicht alle Begebenheiten schlüssig zu interpretieren sind.
BERUFE MIT ZUKUNFT
Wie heisst eigentlich der rot gewandete Geselle, der uns im Dezember regelmässig über den Weg läuft? Nikolaus, Weihnachtsmann – oder sogar Santa? Und wen hat er da bei sich, mit der Rute? Schmutzli, Knecht Ruprecht – oder sogar den bösen Krampus? Darf man Letzteren im Zeitalter von Alterslimiten für alles Mögliche den Kindern überhaupt noch zumuten? Und was ist mit dem Christkind? Ist der 24. Dezember wirklich noch alleine sein Tag – oder ist dieses Monopol aufgrund der Expansionspolitik des Weihnachtsmanns ho-ho-hochoffiziell Geschichte?
Mit solchen Fragen beschäftigen sich Fachfrauen und Fachmänner Brauchtum am Ende des Jahres. Doch auch sonst haben sie viel zu tun: Sie beraten Vereine, Unternehmen, Gemeinden und sogar kirchliche Organisationen beim Durchführen von Feiertagen und traditionellen Volksfesten. Ihre fundierten Kenntnisse im Brauchtum ermöglichen es ihnen, solche Anlässe unverfälscht-ursprünglich durchzuführen – aber auch das Gegenteil. Die Berufsleute kennen alle Facetten des Brauchtums, also auch jene Elemente, die aus anderen Kulturkreisen oder aus zeitgenössischen Strömungen stammen. Der Beruf verbindet ethnologisches Basiswissen mit fundierten Kenntnissen im Event-Management. Egal ob russisch-orthodox oder fürs vorstädtische Hip-Hop-Kollektiv – Fachleute Brauchtum lassen für alle Bedürfnisse ein passendes Weihnachtsfest steigen.
Die Berufsleute beschränken sich nicht auf schweizerische oder christliche Bräuche. Die berufliche Grundbildung gibt es in vielen Fachrichtungen, wie indigene Völker, Nahost und Fernost. Wer eine solche Fachrichtung wählt, braucht tiefes Verständnis und enge Verbundenheit zum entsprechenden Kulturkreis.
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Nicht ganz erst gemeinter Artikel in der Zeitschrift “Panorama” 12/6
Zum 10-jährigen Jubiläum der “Büechernacht Ammel” wurde ich am 31. Mai ins oberste Oberbaselbiet eingeladen. Die Büechernacht Ammel dient dem regen Austausch von Freund(inn)en gedruckter Medien verbunden mit einer grossen Auswahl an gebrauchten Büchern zu günstigsten Preisen. Und da war Märchen erzählen ein schöner Beitrag.
Ich hatte alle Freiheit der Auswahl und auch das Zeitbudget war nicht so eng.
Für das erste Set waren’s noch viele Familien mit Kindern, Einzelpersonen, Jung und Alt; für das zweite Set ein kleineres Grüppchen von Frauen von Teenager bis Grossmutter.
Praktisch keine bekannten Gesichter im Publikum: Das werte ich als Erfolg. Es ist mir wichtig, die Welt der Märchen und des Geschichtenerzählens neuen Gruppen zu eröffnen.
Erstes Set ca. 19.15 bis 20 Uhr: Märchen aus aller Welt
(eine Märchenreise durch 4 Kontinente)
Zweites Set ca. 21.15 bis 21.45 Uhr: Flirten und Zanken
(oder von Liebelei und Liebe)
Märchen ermutigen, trösten und heilen Wunden.
Das Wunder begann in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien und hat sich jetzt bis Palästina ausgebreitet. Erzählerinnen und Erzähler überwinden Grenzen, die Angst, traumatische Erfahrungen und Nicht-verzeihen-dürfen geschaffen haben. Sie helfen Entwurzelten und Fremden in der eigenen Heimat das Wesentliche ihrer und der gemeinsamen Kultur wiederzuentdecken. Ein wichtiges Ziel ist es, vor Ort Erzählerinnen und Erzähler zu ermuntern und auszubilden, Erzählen als Friedensarbeit auszuüben.
Ein Projekt so “logisch” und so “phantastisch” wie nur ein Märchen sein kann, das uns eine neue Sicht auf das gibt, was wir als Realität zu sehen meinen.
Mehr Informationen auf der Website http://www.erzaehler-ohne-grenzen.de/index.html.
Dort auch die authentische Information !
Und die Möglichkeiten der Unterstützung.
Der obige Text ist bitte nur meine Wahrnehmung des Projekts.
Ich bin als Teil einer Gruppe im Herbst in Bosnien und will mich vorher noch mehr schlau machen über das Projekt, ob es vielleicht einen Kontakt vor Ort gibt.
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Novalis: Gespräch zwischen Fabel und Sphinx
(aus Heinrich von Ofterdingen, Teil 1/20)
›Was suchst du?‹ sagte die Sphinx.
›Mein Eigentum‹, erwiderte Fabel.
›Wo kommst du her?‹ – ›Aus alten Zeiten.‹ –
›Du bist noch ein Kind‹ – ›Und werde ewig ein Kind sein.‹ –
›Wer wird dir beistehn?‹ – ›Ich stehe für mich. ‹
Anstelle des Namens “Fabel”, bei Novalis die Tochter von Sinn und Phantasie, könnte auch „Märchen“ stehen.
Oder was meinst Du ?
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Anstelle eines eigenen Berichts möchte ich einfach die Kritik von Beatrix Mory, Redaktorin der Oberbaselbieter Zeitung verlinken.
Bericht in der ObZ vom 27. März 2014. Kritik-La-Cantina_ObZ
Simone und ich schauen zwar etwas grimmig (sic!) in die Welt, aber das wird wohl an der von der Fotografin getroffenen Märchenabschnitten liegen. Wer uns lächeln sehen will, schaue zurück nach Sissach.
Nach dem gelungenen Start in Weil läuft noch Einiges diesen Frühling:
Liebe Märchenfreundinnen und Märchenfreunde,
Ich möchte Euch auf eine Reihe von Erzähl-Veranstaltungen aufmerksam machen :
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Simone Peyer und Urs Volkart erzählen Märchen vom Wasser
Märchenhafte Klänge von Ingrid Gauer und Barbara Geiser
Eintritt frei, Kollekte
„La cantina“ befindet sich am Benzburweg 20 im Hanro-Areal Liestal,
Türöffnung 19.00 Uhr, mit Verpflegungsmöglichkeit.
Das Programm ist zum grösseren Teil eine Reprise der Veranstaltung vom 8.11.2013 in Sissach
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Erzählabende mit dem Basler Märchenkreis, dessen Mitglied ich bin.
Programm in Basel mit musikalischen Einlagen.
Saal im 1.Stock des Restaurants „Zur Mägd“ St. Johanns-Vorstadt 29
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in Anne Schaffners Scheune an der Dorfstrasse 47, Anwil
Urs Volkart erzählt Märchen
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Ich freue mich auf euer Interesse
Herzliche Grüsse
Urs
Nachlese zum gelungenen Abend im Kulturzentrum im Kesselhaus in Weil am Rhein:
http://maerchenquelle.ch/3198/veranst/demnaechst/2014/federleicht-und-folgenschwer/
Etwa 30 am gesprochenen und gedichteten Wort interessierte Menschen aus Weil und Umgebung trafen sich am Abend des 18. Februar im Kulturzentrum Kesselhaus zu einer Stunde Märchen, erzählt von Mitgliedern des Basler Märchenkreis’. Dann folgte eine Stunde freien Austauschs mit spontan erzählten Geschichten, dem Grimm-Märchen von den drei Federn und allerlei Gedichten (beliebt: Eugen Roth).
Wir “Basler”, nicht zum ersten Mal zu Gast im Kesselhaus, erzählten unter anderem folgende Märchen und Kurzgeschichten:
Herzlichen Dank auch an Matthias und sein Team für die Vorbereitung und Moderation.