Herzogenhorn

Wanderung Bernau – Herzogenhorn – Bernauer Kreuz.
Datum der Wanderung: 24. April 2010 bzw. 2. Versuch am 24. Mai 2010.  

Herzogenhorn, Blick nach Süden mit dem Tal von Bernau 

„Im Frühtau zu Berge“ beginnt ein Wanderlied; heute war’s allerdings mehr „Im Altschnee zu Berge“. Der Frühling mit geradezu sommerlichen Temperaturen in den tieferen Lagen liess mich vergessen, dass oberhalb 1000 m eben noch Schnee gelegen hatte bzw. immer noch lag.

Die Gaststätte in Bernau-Hof hatte zwar noch nicht geöffnet, aber in typischer Schwarzwälder Gastfreundschaft machte mir die Wirtin, die gerade Schnittlauch aus dem Garten geholt hatte, einen guten Milchkaffee. Ich wählte für den Aufstieg die „Bergweg“-Route über den Aussichtspavillon und das „Hofmättle“. Das letzte Stück stieg ich direkt über die Bergwiese, da auf dem Weg am Waldrand noch Schnee lag. In weniger als einer Stunde erreicht man so den flachen Gipfel des Herzogenhorns. Die Aussicht ist fantastisch, man befindet sich praktisch auf der Höhe des Feldbergs: Rundum die Gipfel des Hochschwarzwaldes mit Belchen und Feldberg. Unten das liebliche Tal von Bernau. In der Ferne theoretisch die Alpen – aber an diesem Tag war es zu dunstig.

Eigentlich hatte ich geplant über die Grafenmatt auf die Kette des Silberbergs hinüber zu wechseln und so über das Bernauer Kreuz nach Bernau zurück zu gelangen. Geplant. Schon der Abstieg auf der Nordseite des Herzogenhorns wurde immer „schneeiger“. Auf der Grafenmatte hätte man locker noch Ski-Langlauf machen können. Und als mir in der Nähe des Pkt. 1377, wo die still liegenden Skilifte von der Bundesstrasse her heraufkommen, ein Alpinskifahrer mit Tourenski und Fellen begegnete, war mir klar, dass ich da wohl mit den leichten Wanderschuhen einen Monat zu früh unterwegs war.

So ging’s zurück zur Glockenführe und auf der mehrheitlich noch schneebedeckten Waldstrasse des Westwegs zur Bernauer Skihütte: Rast und Schuhe trocknen. Dann weiter auf dem Westweg zum Hof-Eck und zum Abschluss als Variantenweg durch den Ecklenwald nach Bernau-Hof zurück. Ohne Umweg zu den Skiliften der Grafenmatt und anstrengendem Altschnee-Stapfen dürfte der Abstieg vom Herzogenhorn über Glockenführe-Westweg-Ecklenwald etwa anderthalb Stunden dauern. 

Eine sehr schöne Gegend zum Wandern. Da komm‘ ich mit Sicherheit noch ‚mal dieses Jahr, wenn der Schnee geschmolzen ist.

Nachtrag: Wiederholung am 24. Mai 2010, also einen ganzen Monat später: Der Schnee ist (endlich) bis auf wenige Spuren am Westabhang zum Wiesental geschmolzen. Die jungen Pflanzen haben sich mehr oder weniger mutig emporgewagt, wie diese Farnsprosse .

Wegbeschreibung 2. Teil: Vom Pkt. 1377, dem Kulminationspunkt der Ski- und Sessellifte auf der Grafenmatte steigt man ein Stück weglos über eine Skipiste hinunter auf den mit blauen Rauten markierten Wanderweg, der von der Feldberg-Bundesstrasse her kommt. Jetzt folgt ein romantischer Fusspfad, über Stock und Stein, der etwas Trittsicherheit erfordert (und deshalb wohl auch garantiert Mountainbike-frei ist) durch einen urtümlichen Wald, hoch über dem eng eingeschnittenen Wiesental.

Der Pfad führt schliesslich ums Silberhorn herum (mit Blick in den Kessel von Todtnau) zum Bernauer Kreuz. Das letzte Wegstück führt durch ein Tälchen hinüber zum Hof-Eck, wo man wieder auf den Westweg trifft und je nach Laune entweder steil und sonnig oder durch den Ecklenwald gemütlich-schattig nach Bernau Hof absteigt. An diesem sagenhaft sonnigen 24. Mai mit sommerlichen Temperaturen war letzteres angezeigt. Der Rundweg Herzogenhorn-Grafenmatte-Silberhorn-Bernauer Kreuz-Bernau Hof dürfte etwa 2½ Stunden erfordern. Es war so schön, dass ich nicht auf die Uhr schaute, weil wir immer wieder stehen blieben, um zu sehen und zu hören.



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