Frühlings-Velowanderung am Alpenrhein

Eine schöne und abwechslungsreiche Velowanderung:
Landquart-Igis-Bündner Herrschaft-Liechtenstein-Sennwald-Altstätten.
Gesamtstrecke 68 km, Dauer ca. 3¾ Stunden inklusive 15 Minuten zu Fuss.

Schloss Marschlins, Igis GR

Ausgangspunkt der Velotour: Bahnhof Landquart. An der Kirche vorbei in südwestlicher Richtung, nach der Überquerung der Hauptstrasse dem Mülibach entlang zum Schloss Marschlins (Bild rechts). Marschlins ist ein Wasserschloss, für die Gegend eine unübliche Architektur. Es ist noch kühl am Vormittag des letzten Wintertags des Jahres.

Beim Schloss erreicht man die nationale Veloroute 2 (Alpenrhein-Hochrhein-Route). Das Strässchen führt durch die Ganda vor dem Eingang zum Prättigau, einer, zumindest in der Erzählung meiner Mutter verrufenen Gegend, einem Auenwald entlang der Landquart. Es wird langsam sonnig und warm, Zeit für einen Strip, um die Kleidung auf Kurzarm und Kurzbein umzustellen.

Malans mit VilanSobald man aus dem Auenwald herauskommt, öffnet sich der Blick auf die Bündner Herrschaft, wo in den Rebbergen des Osthangs des Rheintals aus den Blauburgundern prächtige Weine gekeltert werden. Eine schöne Fahrt durch die Rebdörfer Malans, Jenins (Bilder auf der linken Seite), Maienfeld und Fläsch.  Die Veloroute führt meist entlang der wenig befahrenen Strasse, als Alternative kann man aber auch immer wieder den Wirtschaftssträsschen folgen, die durch die Rebberge gehen. Wirtshäuser mit sonnigen Terrassen und Blick über die Rheinebene wären eine Alternative zur Rast in den Rebbergen.

JeninsIn Fläsch verlasse ich die Veloroute 2 wieder, da sie über den Rhein auf den westlichen Damm des Alpenrhein-Kanals führt. Ich entscheide mich trotz fehlendem Wegteil auf der rechten Flussseite unter dem felsigen Ellhorn zu bleiben.

Das Risiko lohnt sich. Der Weg führt durch einen schönen Auenwald und endet dann jäh vor einer steilen Bergwand, dem Abhang des Ellhorns (Bild rechts, Ellhorn von Sargans aus gesehen). EllhornEin kleiner Zickzack-Wanderpfad führt in der Höhe am Engnis vorbei. Jetzt heisst es für eine Viertelstunde das Velo schieben oder tragen. Echte Biker, die weder Fahrverbote noch Wanderer respektieren, würden den Weg allerdings trotzdem fahren, wie die Spuren verraten. Kurz vor der Landesgrenze führt der Pfad wieder hinunter an den Rhein, wo sich unterhalb einer Stromschnelle breite Sandbänke gebildet haben.

Jetzt geht es flott auf der Liechtensteinischen Seite des Rheins auf einem geteerten Dammweg, und das erst noch mit Rückenwind. Zahlreiche Schlösser (Balzers, Vaduz u.a.) und Burgruinen zeugen von der Bedeutung der Gegend, die nicht nur einfach Grenzgebiet, sondern auch Eingang zum Vorarlberg und zu Österreich ist. Karte von LiechtensteinDie Berge zu beiden Seiten dieses Abschnitts am Rhein sind völlig ausgehöhlt zu Festungen, die heute allerdings mehr musealen Charakter erhalten haben. Die offizielle Veloroute führt auf der Schweizer Seite an Sargans vorbei ebenfalls auf einem geteerten Dammsträsschen der vielbefahrenen Autobahn entlang und ist deshalb nicht so attraktiv.

Über die letzte Brücke vor der Österreichischen Grenze bei Ruggell wechsle ich auf die Schweizer Seite des Rheins hinauf nach Sennwald. Die Hauptstrasse 13 (mit Velofahrspur) führt nördlich des sagenhaften Schlosswalds vorbei. Dieser Abstecher ist ein Muss. Ein Fahrweg führt in vielen Kurven durch ein überwachsenes Bergsturzgebiet. Ausser dem Vogelgezwitscher und dem Wind in den Bäumen hört man kaum etwas; erste Märzenbecher blühen auf dem moosigen Boden; ein Märchenwald (Bild rechts, von der Homepage der Gemeinde Sennwald).

Schlosswald (Sennwald SG) von der Homepage der GemeindeEnnet dem Wald liegt der Weiler Büsig, und von dort gelange ich auf die Veloroute 2, die ich in Fläsch links liegen gelassen hatte. Sennwald, Rüthi, Oberriet, der Weg führt an einem Parallel-Kanal entlang einige hundert Meter vom Rhein entfernt. In Oberriet wollte ich eigentlich meine Tour beenden und in den Zug steigen. Pech gehabt, bzw. den Fahrplan nicht konsultiert: Auf der Sankt Galler-Rheintalstrecke fahren keine Regionalzüge mehr, nur noch Schnellzüge. Es bleibt keine Wahl, der nächste Schnellzugsbahnhof ist Altstätten. Es ist zwar nicht weit, aber mental hängen die zusätzlichen Kilometer auf der Veloroute 35, die durch ehemalige Riedgebiete führt, etwas an. Auch der Himmel hat sich endgültig mit grauen Wolken überzogen, hält sich aber netterweise zurück mit Regen, bis ich im Regionalexpress nach St. Gallen sitze.

Bildquellen: Wikipedia, Gemeinde Sennwald.

Eine schöne und abwechslungsreiche Velowanderung:
Landquart-Igis-Bündner Herrschaft-Liechtenstein-Sennwald-Altstätten.
Gesamtstrecke 68 km, Dauer ca. 3¾ Stunden inklusive 15 Minuten zu Fuss.
Datum der Tour: 20. März 2010.

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