Jugend ohne Alter — Leben ohne Tod

Märchen und Geschichten vom Werden und Vergehen

Erzählt von Gidon Horowitz (http://www.maerchenschatz.de/)
Musikalische Umrahmung: Daniel Steiner (Marimba, Dulcimer, Rahmentrommel)
18./19. Dezember 2015 im KUG-Studentenhaus Basel

Gidon verstand es dieses Thema, das wohl alle irgendwie beschäftigt, mit Märchen und anderen Geschichten zu durchleuchten. Während in unserer „realen Welt der totalen Illusionen“ das Altern und das Sterben nicht sein dürfen, stellt sich das Märchen schonungslos der wahren Wirklichkeit. Im Zentrum stand das mit gewaltigen Bildern gezeichnete Märchen, das dem Erzählabend den Titel gab. „Jugend ohne Alter — Leben ohne Tod“ gibt es verschiedenen Versionen, mehrere sind aus Osteuropa, insbesondere aus Rumänien überliefert. Der Märchenheld erlangt ewige Jugend und Unsterblichkeit in einem Feenreich, nach dem Abenteuer unüberwindbar scheinender Hindernisse und Widersacherinnen, geführt und unterstützt von einem mythischen Pferd. Und dann hält er das ewige Leben doch nicht aus.

Bild: Puppeninszenierung aus Temeswar (Quelle):

Puppentheater-Inszenierung Temeswar

Vor einem Jahr haben übrigens Simone Peyer und ich (auch) einen Abend mit dem Thema „Leben und Sterben“ gemacht: Vom König, der nicht sterben wollte.

Verschiedene Weisheitsgeschichten mit unverhüllten Botschaften gaben die entsprechenden Denkanstösse: Die Legende von König Salomo und dem Igel, die auch von Alexander dem Grossen erzählt wird. Der Schwank von der Suche nach dem ewigen Leben oder dem Leben, das einem ewig dünkt. Das Märchen von Kopfweh, Bauchweh und Tod, die mit einem erpressten Lamm eine Wiedersehensparty feiern wollten und dann am Widerstand des Schäfers scheiterten (Das Bild von den Lebens-Kerzenlichtern führt im Gegensatz zu Grimms „Gevatter Tod“ zur Überwindung des Todes). Aber auch ein Gruselmärchen gehörte zu Gidons Erzählschatz.

Der Musiker Daniel Steiner umrahmte die Geschichten und verkürzte zudem im Titelmärchen die langen Ritte des Märchenhelden oder seinen ewigen Aufenthalt im Feenreich. Bemerkenswert wie zwischen Musik und Erzählung immer genügend Zeit der Stille und damit der Vorbereitung der Künstler lag, welche vom verständigen Publikum zum Glück auch nicht zerklatscht wurde.

Danke, Gidon, für den wunderbaren Abend.

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