Kategorie-Archiv: Frieden

Was ist Neve Shalom – Wahat al-Salam ?

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In erster Linie ein Dorf, in welchem jüdische und arabische Israeli gleichberechtigt miteinander leben. Die Mission von NSWAS ist in diesem Sinne ein Modell für das Leben in Palästina zu zeigen.

Die tragische Geschichte beider Volksgruppen, gekennzeichnet von Verfolgung, Vertreibung und Unterdrückung, lastet als schwere Hypothek, die nur durch gegenseitige Achtung, Vergebung und Liebe abgebaut werden kann. Jeder religiöse oder nationalistische Feiertag birgt Konfliktpotenzial, nicht zu reden von kriegerischen Auseinandersetzungen. Versammlungen der Bewohner/innen, in welchen die Konflikte ausdiskutiert werden, verhindern erfolgreich das Auseinanderbrechen. Eine strikte 50:50-Quotenregelung soll wenigstens äusserlich verhindern, das die einen die anderen dominieren. Von der ursprünglichen Idee, auch Menschen anderer Religionen oder Volkszugehörigkeit mitwirken zu lassen, kamen die Gründer/innen von NSWAS bald ab, um das Vorhaben nicht noch weiter zu komplizieren. 

 

Eine tragende Säule von NSWAS ist das zweisprachige, binationale Schulsystem das mittlerweile von der Kinderkrippe bis in die Sekundastufe 1 reicht. In die Schule von NSWAS kommen auch Kinder aus den umliegenden Dörfern, denen das Apartheitssystem der israelischen Staatsschule zuwider ist. Hebräisch und Arabisch sind gleichberechtigte Unterrichtssprachen, Kultur und Tradition beider Volksgruppen werden gleichrangig gepflegt. Die Schule von NSWAS ist, obwohl vom Staat lange nicht akzeptiert und eher sabotiert, eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn die Absolventen der Schule in NSWAS später staatliche Gymnasien usw. besuchen, ihre Erfahrungen bestimmen ihr von Achtung und Toleranz geprägtes Verhalten dann auch in den weitestgehend getrennten Staatsschulen. 

 

Eine weitere erfolgreiche „Schule“ ist die sogenannte Friedensschule, in welcher Jugendliche und Erwachsene in Workshops und Begegnungstrainings lernen sich gegenseitig zu achten und Vertrauen aufzubauen. 45’000 junge Menschen haben in den letzten 25 Jahren an längeren oder kürzeren Veranstaltungen der Friedensschule teilgenommen und nehmen ihre Erfahrungen in ihren Alltag zurück. Siehe zum Beispiel den Beitrag über Naomi Mark !

 

Humanitäre Aktivitäten, Workshops für Frauen, sowie Gäste-und Volontären-Programme usw. gehören ebenfalls zum Leben und Angebot von NSWAS.

Kosmogramm für Palestina

Kosmogramm für Palästina von Marko Pogacnik     Kosmogramm für Palästina

von Marko Pogačnik       

zur Wiederverbindung der Völker in Palästina.

Diese Zeichnung (ein Kosmogramm genannt) wiederspiegelt all das im heutigen Palästina Zerrissene und Getrennte – nicht nur auf der Ebene der Religionen.

Israel, April 2008

 

Wir waren im Frühling 2008 drei Wochen in Israel und haben einiges, aber längst nicht alles von diesen vielen physischen und psychischen Mauern des Nicht-Vergeben- und Nicht-Akzeptieren-Könnens erfahren.

Neben der politisch augenfälligen Trennung zwischen Juden und Arabern gibt es unzählige weitere Trennungsebenen:

  • zwischen radikalen und versöhnlichen palästinensischen Arabern,
  • zwischen Arabern mit israelischem Pass und den nahezu rechtlosen Arabern in den besetzten Gebieten,
  • zwischen orthodoxen und religiös offenen Juden,
  • zwischen radikal-zionistischen Siedlern und “Normal”-Bürgern,

und natürlich noch, was alle Länder kennen, zwischen Männern und Frauen, arm und reich, Einwanderern aus den verschiedensten Kulturen usw.

Bericht von einem Besuch in Neve Shalom – Wahat al-Salam.