Kategorie-Archiv: Bemerkungen

Wissen ist Macht, aber Macht ist noch nicht Wissen

Macht ist noch nicht Wissen. Das ist geradezu eine Standardsituation in vielen Märchen:

  • Die Könige, die nicht wissen, wie’s weitergehen soll (Der goldene Vogel),
  • welchem Sohn sie ihr Reich übergeben sollen (Die drei Federn).
  • Die Königspaare, die keine Kinder bekommen (Das Eselein).
  • Die Könige, die krank sind und nicht geheilt werden können (Das Wasser des Lebens).
  • Die armen Eltern, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen (Hänsel und Gretel, Marienkind).

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Der Weg ist das Ziel

Ferdinand Hodler: Tessiner Landschaft (1893)— aber nicht im Märchen.

Märchenheldinnen und -helden sind zwar nicht immer zielstrebig unterwegs, aber der Weg ist nicht ihr Ziel. Das Ziel bleibt die Vervollkommnung, zumindest in den Märchen, die auf alte Motive zurückgehen.

Gemälde von Ferdinand Hodler, 1893,
„Tessiner Landschaft“

Der Jüngling in „Die Kristallkugel“ (Brüder Grimm 1857, KHM 197) hat zwar keine Ahnung wo es lang geht. Er will einfach zum Schloss der goldenen Sonne, die verwunschene Königstochter erlösen. Die Riesen am Weg sind unübersehbar, aber die Qualität des Wünschhuts, den er „mitlaufen“ lässt, wird ihm sowenig bewusst wie der Weg den er geht.  So „überspringt“ er einfach den Weg zum Schloss. Im zweiten Teil muss er allerdings schon mit vollem Bewusstsein das Richtige auf dem Weg tun und alle seine inneren Kräfte mobilisieren, um sein Ziel zu erreichen.   Weiterlesen

Erlösung

Hedwig von Beit schreibt in der Einleitung zu ihrem 1956 erschienen Buch über Märchen und ihre Deutung:

Erlösung bedeutet hierbei Wandlung zum freien, über sich selbst bewußt bestimmenden und von knechtischer Bindung an die dämonischen Kräfte der Materie unabhängigeren Menschen, …

Dieses besondere Problem der Erlösung ist im Märchen in so reichen Variationen und in so tiefreichenden Symbolen zusammenhängend dargestellt, daß sich wohl sagen läßt, in ihm sei das Wesentlichste der im Märchen Bild gewordenen seelischen Wahrheiten zusammengefaßt.

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Märchen sind Quellen …

Märchen sind Quellen der Weisheit und Zuversicht.


Wasserfall Wattens (Bild: Michael Slonecker)Märchen sind für mich unerschöpfliche Quellen der Weisheit und der Zuversicht.

Sie erzählen von den Beziehungen in unserem Leben, von den Aspekten unseres seelischen Lebens, von unserem persönlichen und geistigen Entwicklungsweg. Auch wenn es oft anders kommt, als man denkt, auch wenn ich mich in der Einöde wähne, und kein Weg sichtbar ist, ich kann darauf vertrauen, dass es am Ende so herauskommt, wie es am besten ist.


Wasserfall Wattens (Bild: Michael Slonecker)



Lasst Märchen hervorquellen !

Lasst Märchen hervorquellen !

Wasserfall Ergolz unterhalb Oltingen

Die Quellen der Märchen mögen nie versiegen.

Die Märchen sollen zu allen Menschen fliessen und sie erquicken.

Dazu möchte ich mit meiner Erzähl- und Märchenarbeit beitragen.

Ich bin nicht die Quelle der Märchen, sondern vielmehr der Brunnen, welche das Wasser dieser Quelle fasst und zur Verfügung stellt.

 

Wasserfall der Ergolz
unterhalb von Oltingen

 

 

 

Märchen sind Quellen
der Weisheit und Zuversicht